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- 02.05.2003 -

 

 

 

 

 


 

Unhörbares Gebrüll:

Tiger kommunizieren mit Infraschall

Tiger verscheuchen Rivalen über weite Distanzen hinweg mit extrem tiefen Tönen - unhörbar für den Menschen.

(jkm) - Tiger warnen sich gegenseitig über Kilometer hinweg vor dem Betreten fremder Reviere. Sie knurren dazu in extrem tiefen Tonlagen, die das menschliche Ohr nicht wahrnehmen kann. Das haben jetzt Forscher aus Nebraska entdeckt. Der Einsatz von Infraschall könnte erklären, wie Tiger ihre großen Reviere kontrollieren.

Töne im niedrigen Infraschall-Bereich können sich unabhängig von Witterung und Vegetation über weite Strecken ausbreiten. Vermutlich sei das Knurren der Tiger für ihresgleichen bis zu acht Kilometer weit hörbar, vermutet Ed Walsh vom Boys Town National Research Hospital in Omaha, Nebraska. Seine Forschungsgruppe hatte das Klangspektrum eines sibirischen Tigers analysiert und dabei tiefe Töne bis zu 20 Hertz gefunden. Dem menschlichen Ohr, das bei rund 1000 Hertz am empfindlichsten ist, bleiben solche Laute verborgen.

Auf der Jahrestagung der "Acoustical Society of America" berichteten die Forscher jetzt außerdem von Hirnstrommessungen an Tigern des Zoos von Omaha. In betäubtem Zustand reagierten die Raubtiere am deutlichsten auf Töne von 500 Hertz; sie konnten aber selbst Frequenzen im unteren Infraschallbereich problemlos wahrnehmen.

Möglicherweise lasse sich für jeden einzelnen Tiger ein individuelles akustisches Profil ermitteln, spekulierte Walsh gegenüber dem Magazin "New Scientist". Wären die Tiger tatsächlich an ihrem persönlichen Brummen zu identifizieren, könnten Biologen durch Schallmessungen in freier Natur jedes einzelne Raubtier orten und seine Streifzüge dokumentieren.

 


© ArtToday

Sibirische Tiger knurren in extrem tiefen Tonlagen.

 Mehr Informationen:

New Scientist

Sibirischer Tiger

vista verde: Raubkatzen

 

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