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Unhörbares Gebrüll:
Tiger kommunizieren mit Infraschall
Tiger verscheuchen Rivalen
über weite Distanzen hinweg mit extrem tiefen Tönen
- unhörbar für den Menschen.
(jkm) - Tiger warnen sich gegenseitig
über Kilometer hinweg vor dem Betreten fremder Reviere. Sie
knurren dazu in extrem tiefen Tonlagen, die das menschliche Ohr
nicht wahrnehmen kann. Das haben jetzt Forscher aus Nebraska entdeckt.
Der Einsatz von Infraschall könnte erklären, wie Tiger
ihre großen Reviere kontrollieren.
Töne im niedrigen Infraschall-Bereich
können sich unabhängig von Witterung und Vegetation
über weite Strecken ausbreiten. Vermutlich sei das Knurren
der Tiger für ihresgleichen bis zu acht Kilometer weit hörbar,
vermutet Ed Walsh vom Boys Town National Research Hospital in
Omaha, Nebraska. Seine Forschungsgruppe hatte das Klangspektrum
eines sibirischen Tigers analysiert und dabei tiefe Töne
bis zu 20 Hertz gefunden. Dem menschlichen Ohr, das bei rund 1000
Hertz am empfindlichsten ist, bleiben solche Laute verborgen.
Auf der Jahrestagung der "Acoustical
Society of America" berichteten die Forscher jetzt außerdem
von Hirnstrommessungen an Tigern des Zoos von Omaha. In betäubtem
Zustand reagierten die Raubtiere am deutlichsten auf Töne
von 500 Hertz; sie konnten aber selbst Frequenzen im unteren Infraschallbereich
problemlos wahrnehmen.
Möglicherweise lasse sich
für jeden einzelnen Tiger ein individuelles akustisches Profil
ermitteln, spekulierte Walsh gegenüber dem Magazin "New
Scientist". Wären die Tiger tatsächlich an ihrem
persönlichen Brummen zu identifizieren, könnten Biologen
durch Schallmessungen in freier Natur jedes einzelne Raubtier
orten und seine Streifzüge dokumentieren.
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