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- 29.04.2003 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Orientierung:

Auch Nager errichten Wegweiser

Markierungen helfen bei der Orientierung in einer unübersichtlichen Umgebung. Aber nicht nur Menschen wissen sich so zu helfen, auch Mäuse beherrschen diesen Trick.

(jkm) - Seien es nun Brotkrumen oder Bookmarks - Markierungen helfen bei der Orientierung in einer unübersichtlichen Umgebung. Diesen Trick beherrschen nicht nur Menschen, hat ein tschechisch-britisches Forscherduo entdeckt. Wie die Zoologen im Fachblatt "BMC Ecology" berichten, markieren Waldmäuse die Ausgangspunkte ihrer Streifzüge mit Objekten wie Samenschalen oder Plastikscheiben.

"Auf exakt die gleiche Weise würde ein Mensch das Problem der effizienten Suche in einer einheitlichen Umgebung angehen", schreiben Pavel Stopka und David Macdonald von der Karls-Universität Prag und der University of Oxford, "beispielsweise, indem er einen Strohhalm in den Boden steckt und von diesem Referenzpunkt aus seine Schlüssel auf einem Rasen sucht."

Für die Waldmaus (Apodemus sylvaticus) ist eine verlässliche Navigation lebenswichtig, betonen die Forscher. Auf ihren Streifzügen entfernen sich die Tiere bis zu einhundert Meter von ihrem Bau - für den Orientierungssinn der selbst nur wenige Zentimeter großen Nager stellt ein Feld daher eine immense Herausforderung dar, besonders direkt nach dem Pflügen oder der Ernte.

Bei Freilandbeobachtungen hatten Stopka und Macdonald bemerkt, dass Waldmäuse Häufchen aus Samenschalen, Blättern und anderen kleinen Objekten anlegten und um diese optisch auffälligen Gebilde herum besonders aktiv waren. Die Videoüberwachung von Laborkolonien bekräftigte die Vermutung: Offenbar nutzen die Nager transportable "Trittsteine".

In der Mitte von mehrere Quadratmeter großen Gehege platzierte, weiße Plastikscheiben wurden von den Waldmäusen binnen kurzer Zeit über die gesamte Fläche verstreut. Während sie in der unmittelbaren Nähe ihrer Nistboxen nur kurze Strecken zurücklegten, begannen die Tiere an den auffälligen Scheiben ausgedehnte Streifzüge. Nach einer Störung kehrten sie zunächst dorthin zurück und setzten erst dann ihre Erkundung fort. Schließlich schleppten sie die Scheiben an einen anderen Platz und das Spiel begann von vorn. Im Gegensatz zu Duftmarken könnten nach Belieben verschiebbare Orientierungspunkte eine verlässlichere - und angesichts hungriger Räuber auch sicherere - Navigation ermöglichen, glauben die Forscher.

 

 Mehr Informationen:

BioMed Central

Wildlife Conservation Research Unit, Oxford

Apodemus sylvaticus

Der Ariadnefaden

 

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