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- 25.04.2003 -

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Sumatra: Billigkaffee schadet Wildtieren

Der Anbau der preiswerten Kaffeesorte "Robusta" bedroht den Bestand indonesischer Wildtiere.

(jkm) - Das geht aus einer Studie der "Wildlife Conservation Society" hervor. Demnach schadet der Billigkaffee Bauern wie Natur gleichermaßen: Die Bauern erzielen wegen des Überangebots von "Robusta"-Kaffee keine Gewinne mehr, während gleichzeitig ständig wachsende Anbauflächen einen indonesischen Nationalpark zerstören.

Die Ergebnisse ihrer Studie stellen Timothy O´Brien und Margaret Kinnaird im Magazin "Science" vor. Sie kritisieren, dass die größten indonesischen Kaffeeplantagen bis in den "Bukit Barisan Selatan National Park" hinein reichen. Weil die Kaffeebauern die Urwälder roden, habe das Naturreservat seit 1985 bereits 28 Prozent seiner Waldfläche verloren. Dadurch würden die Elefanten, Nashörner und Tiger Sumatras in ihrem Bestand bedroht.

 


© ArtToday

Sumatra-Tiger: Kaffeeplantagen bedrohen den Bestand indonesischer Wildtiere.

 

Preisverfall führte zu Ausweitung der Plantagen

Verantwortlich für den Kahlschlag im Nationalpark sei letztlich der verschärfte Wettbewerb im Kaffeehandel, schreiben die Autoren. Die Lage habe sich seit 1989 zugespitzt, nachdem die USA die "International Coffee Organization" (ICO) verlassen hatten. Die ICO - ein Kartell der Vereinten Nationen - hatte versucht, den Kaffeeproduzenten Mindestpreise für ihre Ware zu garantieren. Der Ausstieg der USA als Hauptabnehmer von "Robusta"-Kaffee ließ den Weltmarktpreis für die Sorte auf die Hälfte einbrechen. Zwischen 1994 und 1999 stiegen zudem die Lebenshaltungskosten in Indonesien um 150 Prozent.

Die indonesischen Kaffeebauern versuchten der Entwicklung mit einer Ausweitung ihrer Plantagen zu begegnen. Der Vergrößerung fallen ständig weitere Flächen des Regenwaldes zum Opfer. Indonesien wuchs zum zweitgrößten Produzenten des Billigkaffees, nur Vietnam baut mehr "Robusta" an. Weltweit ist Indonesien der viertgrößte Kaffee-Exporteur.

Die USA als Hauptabnehmer von "Robusta"-Kaffee könnten den Kahlschlag der Wälder stoppen, schreiben O´Brien und Kinnaird. Sie fordern, die Vereinigten Staaten müssten in das ICO-Kartell zurückkehren und sich für einen umweltfreundliche Anbau einsetzen. Auch Kaffeetrinker könnten einen Beitrag leisten, indem sie beim Einkauf Billigkaffee mieden und fair gehandelten Ökokaffee bevorzugten.

 

 Mehr Informationen:

Wildlife Conservation Society

WWF zum Zustand indonesischer Wälder

DIE ZEIT: Kaffee ist ihr Schicksal

vista verde: Regenwald

 

 Lesen Sie auch:

Weltbank: Agrarsubventionen versperren Kaffeebauern Weg aus Krise

WWF: Lage für asiatische Nashörner dramatisch

Studie: Naturschutz zahlt sich aus

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