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Immer der Nase nach:
Schildkröten folgen dem Landgeruch
Wie Meeresschildkröten
ihren Weg zu einer winzigen Insel im Atlantik finden, haben Wissenschaftler
jetzt entdeckt.
(jkm) - Seeleute behaupten, man
könne das Land riechen, noch bevor man es sehen kann. Nach
dem gleichen Prinzip scheint eine Meeresschildkröte beim
Auffinden einer winzigen Atlantikinsel zu verfahren, berichten
britische Zoologen im Fachblatt "Biology Letters". Nähern
sich die Tiere dem Eiland gegen den Wind, steuern sie zielsicher
darauf zu, während sie ansonsten mehr oder minder orientierungslos
im Meer umherpaddeln.
Suppenschildkröten (Chelonia
mydas) leben in Küstengebieten der tropischen und subtropischen
Meere und suchen alle drei bis vier Jahre bestimmte Strände
zur Paarung und Eiablage auf. So machen sich vor Brasilien lebende
Tiere auf den über 2.000 Kilometer langen Weg zur Atlantikinsel
Ascension. Zwar gibt ihnen ihr Magnetsinn die grobe Richtung vor,
zum Auffinden des gerade einmal zehn Kilometer großen Eilands
ist er jedoch zu unpräzise.

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ArtToday
Suppenschildkröten
leben in den Küstengebieten tropischer und subtropischer
Meere.
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Schildkröten lassen sich durch Duftspuren leiten
Anscheinend lassen sich die Tiere
im Zielgebiet von ihrer Nase leiten, fanden Annette Broderick
von der University of Wales, Swansea, und ihre Kollegen. Sie versahen
sechs weibliche Tiere, die bereits ihre Eier abgelegt hatten,
mit Satellitensendern und setzten sie 50 Kilometer von der Insel
entfernt aus.
Die nordwestlich der Insel, auf
deren Leeseite, ausgesetzten Tiere benötigten ein bis vier
Tage für die Rückkehr. Zwei der im Südosten, luvseits,
ausgesetzten Tiere brauchten dagegen zehn bzw. 27 Tage, die dritte
schwamm nach 59 Tagen fruchtloser Suche wieder gen Brasiliens
Sand.
"Diese Befunde lassen vermuten,
dass die Schildkröten die Insel anhand mit dem Wind transportierter
Signale finden, höchstwahrscheinlich deren Geruch",
folgern Broderick und ihr Team. Als Quelle der Duftstoffe kommen
ihrer Ansicht nach der Strand selbst oder aber die Vegetation
der kleinen Vulkaninsel in Frage. Ähnliche Duftspuren nutzten
auch Tauben, einige Meeresvögel und Fische wie etwa Lachse.
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