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- 17.04.2003 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Fische:

Sonnenbarsche mögen nur eigene Kinder

Wählerisch bei der Brutpflege: Nur dem eigenen Nachwuchs ist der Blaue Sonnenbarsch ein guter Vater.

(jkm) - Männliche Sonnenbarsche nehmen es mit ihrer Vaterschaft sehr genau. Nur wenn sie sicher sind, dass ihr Nest eigenen Nachwuchs enthält, schützen sie Eier und Jungfische mit aller Macht. Die eigenen Kinder erkennt der Vater am Geruch, berichtet ein kanadischer Biologe im Magazin "Nature".

Der Blaue Sonnenbarsch (Lepomis macrochirus) ist in us-amerikanischen und kanadischen Seen weit verbreitet. Die Aufzucht des Nachwuchses übernimmt grundsätzlich das Männchen. Es baut sich in kleinen Höhlen oder Gruben ein Nest und lädt mehrere Weibchen ein, ihre Eier dort abzulegen. Diese befruchtet das Männchen nach der Ablage. Die meist über tausend Eier schlüpfen nach zwei bis drei Tagen.

Danach muss der Vater die Jungfische noch etwa fünf bis sieben Tage lang vor Räubern schützen, bevor der seinen Nachwuchs in die Freiheit entlässt. Die Zeit zwischen Eiablage und Befruchtung stellt allerdings eine kritische Phase dar: Neben den Nestbauern gibt es auch Männchen, die nach fremden Nestern suchen, um dort ihre eigenen Spermien zu verbreiten.

Der Biologe Bryan Neff von der University of Western Ontario hat jetzt experimentell nachgewiesen, dass Zweifel an seiner Vaterschaft den Sonnenbarsch nachlässig werden lassen. Dazu reicht offenbar die Anwesenheit zahlreicher Konkurrenten. Der Biologe konfrontierte werdende Väter mit vier Konkurrenten hinter einer transparenten Plastikscheibe. Der dauerhafte Anblick genügte, um die Männchen an ihrer Vaterschaft zweifeln zu lassen. Wie Neff im Magazin "Nature" berichtet, widmeten die Männchen ihrem Nachwuchs weniger Aufmerksamkeit und verteidigten das Nest nur halbherzig.

Ist der Nachwuchs geschlüpft, erkennt das Männchen eigene Kinder am Geruch. Auch dies wies der Forscher experimentell nach: Er tauschte jeweils ein Drittel der reifenden Eier in den Nestern mehrerer Sonnenbarsche aus. Wenn der Vater nach dem Schlüpfen der Jungen erkannte, dass zahlreiche "Kuckuckskinder" in seiner Obhut heranwuchsen, schwand seine Bereitschaft, die Kleinen vor Räubern zu schützen.

Die Väter müssen lauf Neff zwischen dem Erfüllen ihrer väterlichen Pflichten und der Sorge um ihren Energiehaushalt abwägen. Immerhin nehmen die Fische keine Nahrung zu sich, während sie ihr Nest beschützen. Ein Sonnenbarsch verliert in dieser Zeit rund zehn Prozent seines Gewichts. Besteht die Gefahr, zu viel fremden Nachwuchs aufzuziehen, kann es ökonomischer sein, das Nest aufzugeben und von vorn zu beginnen.

 

 Mehr Informationen:

Lepomis macrochirus

 

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