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Fische:
Sonnenbarsche mögen nur eigene Kinder
Wählerisch bei der Brutpflege:
Nur dem eigenen Nachwuchs ist der Blaue Sonnenbarsch ein guter
Vater.
(jkm) - Männliche Sonnenbarsche
nehmen es mit ihrer Vaterschaft sehr genau. Nur wenn sie sicher
sind, dass ihr Nest eigenen Nachwuchs enthält, schützen
sie Eier und Jungfische mit aller Macht. Die eigenen Kinder erkennt
der Vater am Geruch, berichtet ein kanadischer Biologe im Magazin
"Nature".
Der Blaue Sonnenbarsch (Lepomis
macrochirus) ist in us-amerikanischen und kanadischen Seen weit
verbreitet. Die Aufzucht des Nachwuchses übernimmt grundsätzlich
das Männchen. Es baut sich in kleinen Höhlen oder Gruben
ein Nest und lädt mehrere Weibchen ein, ihre Eier dort abzulegen.
Diese befruchtet das Männchen nach der Ablage. Die meist
über tausend Eier schlüpfen nach zwei bis drei Tagen.
Danach muss der Vater die Jungfische
noch etwa fünf bis sieben Tage lang vor Räubern schützen,
bevor der seinen Nachwuchs in die Freiheit entlässt. Die
Zeit zwischen Eiablage und Befruchtung stellt allerdings eine
kritische Phase dar: Neben den Nestbauern gibt es auch Männchen,
die nach fremden Nestern suchen, um dort ihre eigenen Spermien
zu verbreiten.
Der Biologe Bryan Neff von der
University of Western Ontario hat jetzt experimentell nachgewiesen,
dass Zweifel an seiner Vaterschaft den Sonnenbarsch nachlässig
werden lassen. Dazu reicht offenbar die Anwesenheit zahlreicher
Konkurrenten. Der Biologe konfrontierte werdende Väter mit
vier Konkurrenten hinter einer transparenten Plastikscheibe. Der
dauerhafte Anblick genügte, um die Männchen an ihrer
Vaterschaft zweifeln zu lassen. Wie Neff im Magazin "Nature"
berichtet, widmeten die Männchen ihrem Nachwuchs weniger
Aufmerksamkeit und verteidigten das Nest nur halbherzig.
Ist der Nachwuchs geschlüpft,
erkennt das Männchen eigene Kinder am Geruch. Auch dies wies
der Forscher experimentell nach: Er tauschte jeweils ein Drittel
der reifenden Eier in den Nestern mehrerer Sonnenbarsche aus.
Wenn der Vater nach dem Schlüpfen der Jungen erkannte, dass
zahlreiche "Kuckuckskinder" in seiner Obhut heranwuchsen,
schwand seine Bereitschaft, die Kleinen vor Räubern zu schützen.
Die Väter müssen lauf
Neff zwischen dem Erfüllen ihrer väterlichen Pflichten
und der Sorge um ihren Energiehaushalt abwägen. Immerhin
nehmen die Fische keine Nahrung zu sich, während sie ihr
Nest beschützen. Ein Sonnenbarsch verliert in dieser Zeit
rund zehn Prozent seines Gewichts. Besteht die Gefahr, zu viel
fremden Nachwuchs aufzuziehen, kann es ökonomischer sein,
das Nest aufzugeben und von vorn zu beginnen.
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