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- 14.04.2003 -

 

 

 

 

 

 


 

"Küss die Hand, Madame":

Affen praktizieren Gruppenrituale

Kapuziner-Affen benutzen Rituale, um ihre Beziehungen untereinander zu testen. Ein Verhalten, das eigentlich nur für Menschen und Schimpansen typisch ist.

(jkm) - Die Gruppenrituale hat ein internationales Anthropologen-Team um Susan Perry vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie beobachtet. Die Forscher führten langjährige Feldstudien unter Weißschulter-Kapuzineraffen (Cebus capucinus) in verschiedenen Teilen von Costa Rica durch.

In der Fachzeitschrift "Current Anthropology" berichten die Wissenschaftler jetzt über vielfältige Verhaltenweisen, wie Beschnüffeln der Hände, Saugen an Fingern, Ohren oder Schwanz sowie verschiedene "Spiele". Die Rituale werden von einzelnen Affengruppen unabhängig voneinander entwickelt. Die Forscher meinen, die Kenntnis sozialer Traditionen unter Tieren erlaube ein tieferes Verständnis der Wurzeln menschlicher Kultur.

Kapuziner-Affen haben viele Verhaltensweisen entwickelt, die eigentlich nur für Menschen und/oder Schimpansen typisch sind. In mehr als dreizehn Jahren beobachteten die Forscher in vier Regionen Costa Ricas dreizehn unterschiedliche Gruppen von Weißschulter-Kapuzineraffen. Sie identifizierten drei typische Verhaltenskonventionen, die Affen in Ruhepausen benutzen: Handschnüffeln, Saugen an Körperteilen sowie verschiedene "Spiele".

Beim Handschnüffeln legt sich ein Affe die Hand eines anderen auf Mund und Nase und atmet dann Minuten lang tief ein. In einigen Gruppen saugen Paare von Affen an den Fingern, Zehen, Ohren oder dem Schwanz des anderen - manchmal sogar wechselseitig. Zudem konnten die Wissenschaftler verschiedene Spiele beobachten.

Am häufigsten praktizierten die Tiere das "Finger-im-Mund-Spiel": Hierbei steckt ein Affe seinen Finger in den Mund des anderen, der dann sacht, aber fest zubeißt. Der so "gefangene" Affe muss alle möglichen Versuche unternehmen, um seinen Finger wieder zu befreien. Hat er das geschafft, steckt er seinen Finger erneut in den Mund des Mitspielers, oder aber der andere Affe macht das Gleiche jetzt mit ihm und das ganze Spiel beginnt von vorn.

Perry und ihre Kollegen gehen davon aus, dass Kapuzineraffen mit den Ritualen die Qualität ihrer sozialen Bindungen mit Gruppenmitgliedern testen. Alle Rituale sind mit Risiko oder zumindest Unbequemlichkeit für einen oder sogar beide Beteiligten verbunden. Von daher werden Affen nur bei Paaren mit einer starken Bindung die eher lästigen Handlungen als angenehm empfinden, schätzen die Forscher.

 


© Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie

Weißschulterkapuziner- Affen: Spielchen gefällig?

 Mehr Informationen:

Max-Planck- Gesellschaft

Kapuzineraffe:
- Steckbrief
- Fotogalerie

vista verde: Primaten

 

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