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Riffsterben:
Überträger der Korallenbleiche
gefunden
Das globale Korallensterben
scheint teilweise durch Bakterien verursacht zu werden.
(jkm) - Israelische Forscher haben
nun entdeckt, dass ein Borstenwurm den Mikroben das Überwintern
ermöglicht und sie im Riff verbreitet. Möglicherweise
könne dieser Befund bei der Bekämpfung der Korallenbleiche
helfen, schreibt das Magazin "New Scientist" in seiner
neuen Ausgabe.
Weltweit beobachtet man ein als
"Coral Bleaching" bezeichnetes Phänomen. Dabei
stoßen Korallen ihre symbiontischen Algen aus und sterben
schließlich ab. Die meisten Forscher halten die globale
Erwärmung für die Hauptursache. Zumindest in einem Fall
scheinen aber auch Bakterien eine Rolle zu spielen, hatten Eugene
Rosenberg von der Universität Tel Aviv und seine Kollegen
bereits vor fünf Jahren entdeckt: Wird die im Mittelmeer
anzutreffende Steinkoralle Oculina patagonica von Bakterien der
Art Vibrio shiloi befallen, bleicht sie innerhalb weniger Tage
aus.
Dabei gab es jedoch ein Problem:
Zwar kann das Bakterium bei sommerlichen Wassertemperaturen von
25 bis 30 Grad Celsius auf allen ausgebleichten Korallen nachgewiesen
werden, im Winter mit Wassertemperaturen von 16 bis 20 Grad jedoch
auf keiner einzigen. Daher machten sich die Forscher nun mit fluoreszierenden
DNA-Sonden auf die Suche nach dem Winterquartier des Bakteriums.
Wie sie im Fachblatt "Environmental
Microbiology" berichten, bringt der Feuerwurm (Hermodice
carunculata) große Mengen von Vibrio shiloi durch die kalte
Jahreszeit. Mit seiner roten Farbe und brennende Schmerzen hervorrufenden
Borsten macht dieser Wurm seinem Namen gleich doppelt Ehre. Bei
Korallenexperten hat er ohnehin einen schlechten Ruf, da er die
Nesseltiere bis auf das Skelett abfressen kann.
Die Bakterien lassen sich in der
Haut des Borstenwurms nieder und können von dort aus leicht
neue Wirte befallen, fanden Rosenberg und seine Kollegen. Setzten
sie mit Vibrio shiloi infizierte Feuerwürmer in Aquarien
mit Octulina patagonica, zeigten sämtliche Korallen nach
sieben bis zehn Tagen Flecken ausgebleichten Gewebes, nach 17
Tagen waren sie vollständig ausgebleicht.
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