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- 10.04.2003 -

 

 

 

 

 


 

Brutpflege:

Auch Vögel verlassen sich auf Muttern

Hilfsbereitschaft hat ihre Grenzen, auch unter Vögeln. Kinderlose Rohrsänger-Weibchen füttern nur verwandte Küken.

(jkm) - Die Tiere fördern so indirekt den Fortbestand der eigenen Gene. Wie britische und niederländische Zoologen im Magazin "Nature" berichten, richten sich die Ammen dabei nach dem einzig verlässlichen Faktor - der eigenen Mutter.

Seychellen-Rohrsänger (Acrocephalus sechellensis) leben in größeren Gruppen. Weibliche Nachkommen nehmen darin eine untergeordnete Stellung ein und helfen, die Brut eines Primärweibchens und eines Primärmännchens aufzuziehen.

Um ihren eigenen Nutzen zu maximieren, sollten diese Ammen nur eng verwandte Jungvögel füttern - angesichts häufiger Seitensprünge des Primärweibchens keine leichte Aufgabe. Schon vor einigen Jahren hatte Jan Komdeur von der Rijksuniversiteit Groningen daher gefolgert, dass die Vögel Geschwister von Halbgeschwistern unterscheiden können.

"Diese Befunde könnten ein Artefakt gewesen sein, hervorgerufen durch Helferinnen, die lediglich ihre eigenen Mütter unterstützen", schreiben Komdeur und seine Kollegen David Richardson und Terry Burke von der University of Sheffield. Ihre Beobachtungen und DNA-Analysen bestätigten die engen verwandtschaftlichen Bande zwischen Helferinnen und den von ihnen gefütterten Küken. Zudem fanden sie, dass die Helferinnen in Anwesenheit des Primärweibchens besonders bereitwillig fütterten.

Anhand dieses Faktors ließ sich das Verhalten der Helferinnen sogar verlässlicher vorhersagen als anhand der genetischen Verwandtschaft zwischen Helferinnen und Jungvögeln bzw. Helferinnen und Primärweibchen. Die Anwesenheit des Primärmännchens schien dagegen keinerlei Bedeutung zu haben.

Daher schließen die Forscher, "dass sich angesichts häufiger weiblicher Untreue ein assoziativer Lernmechanismus entwickelt hat, der eine Konzentration auf die Nestmutter bewirkt - jenes Geschlecht, mit dem die Untergeordneten sicher verwandt sind."

 

 Mehr Informationen:

nature science update

University of Sheffield

"Söhne nur in Hungerzeiten"

 

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