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Brutpflege:
Auch Vögel verlassen sich auf Muttern
Hilfsbereitschaft hat ihre
Grenzen, auch unter Vögeln. Kinderlose Rohrsänger-Weibchen
füttern nur verwandte Küken.
(jkm) - Die Tiere fördern
so indirekt den Fortbestand der eigenen Gene. Wie britische und
niederländische Zoologen im Magazin "Nature" berichten,
richten sich die Ammen dabei nach dem einzig verlässlichen
Faktor - der eigenen Mutter.
Seychellen-Rohrsänger (Acrocephalus
sechellensis) leben in größeren Gruppen. Weibliche
Nachkommen nehmen darin eine untergeordnete Stellung ein und helfen,
die Brut eines Primärweibchens und eines Primärmännchens
aufzuziehen.
Um ihren eigenen Nutzen zu maximieren,
sollten diese Ammen nur eng verwandte Jungvögel füttern
- angesichts häufiger Seitensprünge des Primärweibchens
keine leichte Aufgabe. Schon vor einigen Jahren hatte Jan Komdeur
von der Rijksuniversiteit Groningen daher gefolgert, dass die
Vögel Geschwister von Halbgeschwistern unterscheiden können.
"Diese Befunde könnten
ein Artefakt gewesen sein, hervorgerufen durch Helferinnen, die
lediglich ihre eigenen Mütter unterstützen", schreiben
Komdeur und seine Kollegen David Richardson und Terry Burke von
der University of Sheffield. Ihre Beobachtungen und DNA-Analysen
bestätigten die engen verwandtschaftlichen Bande zwischen
Helferinnen und den von ihnen gefütterten Küken. Zudem
fanden sie, dass die Helferinnen in Anwesenheit des Primärweibchens
besonders bereitwillig fütterten.
Anhand dieses Faktors ließ
sich das Verhalten der Helferinnen sogar verlässlicher vorhersagen
als anhand der genetischen Verwandtschaft zwischen Helferinnen
und Jungvögeln bzw. Helferinnen und Primärweibchen.
Die Anwesenheit des Primärmännchens schien dagegen keinerlei
Bedeutung zu haben.
Daher schließen die Forscher,
"dass sich angesichts häufiger weiblicher Untreue ein
assoziativer Lernmechanismus entwickelt hat, der eine Konzentration
auf die Nestmutter bewirkt - jenes Geschlecht, mit dem die Untergeordneten
sicher verwandt sind."
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