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WWF: Mitschuld deutscher Unternehmen
an Regenwald-Zerstörung
Deutsche Banken und Firmen
haben nach Ansicht der Umweltstiftung WWF die Zerstörung
des indonesischen Regenwaldes mit zu verantworten.
Frankfurt/Main (dpa) - «Die
Zerstörung des Regenwaldes Tesso Nilo wird maßgeblich
durch Kredite deutscher Banken finanziert», sagte der Tropenwaldexperte
des World Wide Fund for Nature (WWF), Martin Geiger, am Dienstag
in Frankfurt bei der Vorstellung einer Studie zur Rolle Europas
bei der Regenwald- Vernichtung. Tesso Nilo, ein Regenwald im Zentrum
der indonesischen Insel Sumatra, werde gerodet und in Plantagen
umgewandelt. Die dabei gewonnenen Rohstoffe kämen als Papier,
Margarine oder Süßigkeiten in deutsche Geschäfte.
Um den immensen Hunger nach billigem
Holz, Papier und Palmöl zu stillen, werde auf Sumatra ein
ökologisches Juwel zerstört, sagte Geiger. Der Wald
von der Fläche der Stadt Berlin sei vor zehn Jahren noch
zweieinhalb Mal so groß gewesen. «Wenn die Zerstörung
des Regenwaldes nicht gestoppt wird, ist Tesso Nilo innerhalb
der nächsten zwei Jahre von der Landkarte verschwunden».
Tesso Nilo gilt als Heimat der
letzten Tiger und Elefanten auf Sumatra. Auf der Suche nach Nahrung
verlassen die Tiere häufig ihre zerstörten Wälder,
richten in den immer weiter vordringenden Plantagen Schäden
an und werden deshalb erschossen oder vergiftet. Wenn ihnen der
Lebensraum genommen wird, sind sie nach WWF-Angaben zum Aussterben
verurteilt.
Die Umweltorganisation fordert
von der indonesischen Regierung, Tesso Nilo zum Schutzgebiet zu
erklären. Von den Banken verlangen die Umweltschützer,
ökologische und soziale Standards zu veröffentlichen,
nach denen sie Kredite vergeben. Konsumenten sollten kein Papier
und keine Palmöl-Produkte aus Indonesien kaufen. «Der
Regenwald kann noch gerettet werden, aber die Zeit ist knapp»,
sagte Geiger.
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