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- 07.04.2003 -


 

Dramatischer Rückgang afrikanischer Menschenaffen

Einen extremen Populationseinbruch haben Menschenaffen in Gabun erfahren.

(jkm) - Von 1983 bis 2000 ist die Zahl der Schimpansen und Gorillas in dem äquatorialafrikanischen Staat um 56 Prozent gefallen. Dies berichtet eine internationale Gruppe von Forschern und Naturschützern im Fachmagazin "Nature". Statt wie bisher als "gefährdet" sollten die Arten als "kritisch gefährdet" eingestuft werden, so die Autoren.

"Dies ist ein katastrophaler Rückgang der großen Affen in einem Gebiet, dass den Großteil der weltweit verbliebenen Populationen beherbergt", sagt Peter Walsh von der Princeton University, New Jersey. Die Ursachen seien Holzeinschlag, die dadurch erleichterte Jagd auf die Tiere und die jüngsten Ebola-Ausbrüche in Gabun. Wenn nicht umgehend Maßnahmen zum Schutz ergriffen würden, könnten die nächsten Verwandten des Menschen binnen eines Jahrzehnts am Rande des Aussterbens stehen.

Walsh und seine Kollegen verglichen ihre zwischen 1998 und 2002 gesammelten Daten mit denen früherer Untersuchungen über den Bestand von Gorillas (Gorilla gorilla) und Schimpansen (Pan troglodytes) in Gabun. Der Staat besitzt immer noch 80 Prozent seines ursprünglichen Waldes. Zusammen mit der angrenzenden Republik Kongo gilt er daher als letzte Zuflucht der zwei Affenarten, deren Lebensräume in West- und Ostafrika weitgehend vernichtet worden sind.

"Wenn Schimpansen und Gorillas selbst in Gabun Schwierigkeiten haben, einem für seine unberührten und zusammenhängenden Wälder bekannten Gebiet, dann haben wir es beim Schutz der Tiere mit einer die gesamte Art betreffenden Krise zu tun", erläutert Lee White von der Wildlife Conservation Society in New York. Um den Niedergang aufzuhalten, seien massive Investitionen in die Ebola-Vorbeugung, die Durchsetzung bestehender Gesetze und in das Management von Schutzgebieten nötig. "Es braucht den politischen Willen und es braucht Geld", erläutert Walsh, "an beidem hat es in der Vergangenheit gemangelt."

 


© ArtToday

Der Bestand an Gorillas ist in Westafrika in den vergangenen 20 Jahren dramatisch gesunken.

 Mehr Informationen:

nature science update

Wildlife Conservation Society

The Dian Fossey Gorilla Fund

Über Gorillas

Ebola-Virus (RKI)

Umweltstiftung WWF

Pro Wildlife

Bushmeat-Kampagne

Berggorilla & Regenwald Direkthilfe

vista verde: Artenschutz

 

 Lesen Sie auch:

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