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Südpolarmeer: Greenpeace kritisiert
japanischen Walfang
Angesichts der neuerlich getöteten
Zwergwalen hat die Umweltschutzorganisation Greenpeace den japanischen
Walfang scharf kritisiert.
Hamburg (dpa) - Die am Mittwoch
aus dem antarktischen Walschutzgebiet zurückgekehrten Schiffe
hätten 440 getötete Zwergwale (Minkewale) geladen, heißt
es in einer Stellungnahme vom Donnerstag. Entgegen offizieller
Erklärungen diene der Fang nicht wissenschaftlichen Zwecken,
sondern dem Verkauf des Walfleischs. Jährlich kämen
allein aus der Antarktis über 2000 Tonnen auf den japanischen
Markt, so Greenpeace.
Japan habe angegeben, das Fressverhalten
der Wale zu untersuchen. Dazu seien den Tieren die Bäuche
aufgeschlitzt worden. Allerdings habe jeder einzelne der seit
1987 insgesamt 6000 bis heute von japanischen Forschern untersuchten
Mägen nichts anderes als Krill enthalten. «Das einzige
Ziel der Untersuchung ist, den japanischen Walfleischmarkt mit
Nachschub zu versorgen. Mit Wissenschaft hat das nichts zu tun»,
betonte Thilo Maack, Meeresbiologe von Greenpeace.
Die Erweiterung der japanischen
Fänge auf Walarten wie Bryde-, Pott- und Seiwale im Pazifik
sei auch angesichts der rückläufigen Walfleisch-Nachfrage
in Japan unsinnig. Das von Japan für den Walfang vorgebrachte
Argument, die Meeressäuger trügen zur Verminderung des
Fischbestandes bei, sei nicht richtig. Das sei das Gleiche, «als
wollte man die Spechte für die Entwaldung des Planeten verantwortlich
machen», sagte der Greenpeace-Sprecher. Seit 1986 gilt ein
weltweites Fangverbot der Internationalen Walfangkommission, das
allerdings Ausnahmen zu wissenschaftlichen Zwecken zulässt.
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