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Vögel:
Blesshühner erkennen und zählen
ihre eigenen Eier
Im Reich der Vögel ist
der Brauch, Eier in fremde Nester zu legen, weit verbreitet. Das
amerikanische Blesshuhn lässt sich aber nicht so leicht täuschen.
London (dpa) - Amerikanische
Blesshühner können die von ihnen gelegten Eier zählen.
Zudem erkennen sie Eier, die ihnen Weibchen der eigenen Art unterschieben,
am Aussehen und befördern sie gezielt weg. Das berichtet
Bruce Lyon von der Universität in Santa Cruz (Kalifornien)
in der britischen Fachzeitschrift «Nature» (Bd. 422,
S. S. 495).
Nicht nur der Kuckuck legt Eier
in fremde Nester. Weit verbreitet im Reich der Vögel ist
auch der Brauch, Weibchen der eigenen Art Eier unterzuschieben
und diese damit die ganze Arbeit machen zu lassen. Weibchen des
amerikanischen Blesshuhns (Fulica americana) lassen sich nicht
so leicht täuschen.
Entscheidend dafür, dass
fremde Eier im Nest erkannt werden, ist anscheinend ihr Aussehen.
Der Zoologe fand heraus, dass Blesshühner diese umso eher
ablehnen, je stärker sie sich farblich von den eigenen unterscheiden.
Abgelehnte fremde Eier werden im Nistmaterial vergraben, oft aber
auch nur an den Rand des Geleges geschoben. Dieses Verhalten unterscheidet
sich deutlich von dem Umgang mit gebrochenen Eiern, die ganz entfernt
werden. Möglicherweise, so der Forscher, handelt es sich
um eine Art von schwächerer Abwehr, die anzeigt, dass die
Tiere sich nicht ganz sicher sind.
Noch erstaunlicher sei, dass
die Vögel anscheinend die Zahl ihrer eigenen Eier im Kopf
behalten, auch wenn eine Konkurrentin ihr weitere untergeschoben
hat. Während ein Weibchen normalerweise nach einer gewissen
Anzahl von Eiern im Nest aufhört zu legen, konnte der Forscher
zeigen, dass Tiere, die einen Betrug bemerkt hatten, anders reagierten.
Sie legten weiter, bis sie die normale Zahl von durchschnittlich
8 eigenen Eiern im Nest erreicht hatten, unabhängig davon,
dass sich darin bereits fremde befanden. Nicht die Größe
des Geleges also war entscheidend, sondern die abstrakte Zahl
der eigenen Eier.
Das Verhalten vermindert den
an fremde Küken umgeleiteten Aufwand deutlich, berichtet
Lyon: immerhin fast jedes dritte untergeschobene Ei wurde von
den Weibchen erkannt. Zudem ist es eins der ganz wenigen Beispiele
für sinnvolles Zählen und dessen Nutzen im Verhalten
eines Wildtieres.
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