|
Neophyten:
Pflanzliche Invasoren nutzen Straßenverkehr
Je besser eine Straße
ausgebaut ist, umso mehr begünstigt sie die Ausbreitung ortsfremder
Pflanzen.
(jkm) - Diesen Zusammenhang haben
amerikanische Biologen im US-Bundesstaat Utah nachgewiesen. Um
sich der unerwünschten Pflanzen zu erwehren, dürften
bestehende Straßen nicht weiter ausgebaut werden, schreiben
die Forscher in der April-Ausgabe des Fachblatts "Conservation
Biology".
Besonders unbeliebt sind bei den
US-Biologen das so genannte Cheatgrass (die Dach-Trespe; lat.
Bromus tectorum) sowie mehrere Pflanzen aus der Familie der Korbblütler
(Asteraceae). Die betreffenden Pflanzen sind besonders widerstandsfähig
und verdrängen ortsansässige Arten. Allein im Westen
der USA haben sich die pflanzlichen Einwanderer (Neophyten) schon
über 500.000 Quadratkilometer erobert.
Jonathan Gelbard von der University
of California, Davis, und Jayne Belnap vom U.S. Geological Survey
verglichen die Pflanzen an 42 Straßen des Bundesstaates.
Dabei nahmen sie vom unbefestigten Feldweg bis zur asphaltierten
Bundesstraße die verschiedensten Straßentypen unter
die Lupe.
Je besser die Straße ausgebaut
war, umso mehr ortsfremde Pflanzen konnten sich ansiedeln, berichten
die Forscher jetzt. Während nur acht bis neun Prozent der
Feldwege vom Cheatgrass gesäumt werden, sind schon bis zu
27 Prozent der Ränder asphaltierter Straßen damit bewachsen.
Die Ursachen sind vielfältig:
Zum einen können die pflanzlichen Invasoren während
des Straßenbaus freigelegten Boden schneller besiedeln als
die ortsansässige Konkurrenz. Rollt der Verkehr erst einmal,
werden ständig neue Samen durch Kraftfahrzeuge verbreitet.
Zudem begünstigt die Luft- und Bodenbelastung einige wenige
zähe Arten, während die empfindlichere örtliche
Flora das Nachsehen hat.
|