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- 25.03.2003 -

 

 

 

 


 

Nützlinge:

Schlupf-Filter könnten Kastanien retten

Alljährlich werden Kastanienbäume von den Raupen der Rosskastanien-Miniermotte heimgesucht. Hoffnung im Kampf gegen den Schädling verspricht eine neue Technik.

(jkm) - Schweizer Zoologen stellten die neue Methode heute auf der Entomologentagung in Halle (Saale) vor. Ihnen gelang es, aus Kastanienlaub massenhaft Schlupfwespen zu gewinnen, deren Brut sich in den Raupen entwickelt und sie so abtötet.

Die Rosskastanien-Miniermotte (Cameraria ohridella) war erstmals Mitte der 80er-Jahre in Mazedonien nachgewiesen worden und hat sich seitdem über Mittel- und Osteuropa verbreitet. Die eigentliche Herkunft der Art ist immer noch unklar. Im Jahr 1992 tauchte sie auch in Süddeutschland auf und ist mittlerweile bis Niedersachsen vorgedrungen. Die Raupen des Schmetterlings fressen in den Blättern der Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) und können die Bäume schon im Sommer vollständig entlaubt haben. Gerade in Stadtgebieten ist eine chemische Bekämpfung der Plage jedoch problematisch.

Die Miniermotten überwintern als Puppen im Herbstlaub - und mit ihnen ihre Todfeinde aus der Gruppe der Schlupfwespen. Patrik Kehrli und Sven Bacher von der Universität Bern entwickelten nun Massenschlupfanlagen für diese Nützlinge. Dabei wird von den Motten befallenes Kastanienlaub kiloweise in Behälter gefüllt, die mit mechanischen Trennvorrichtungen versehen sind. Erste Tests zeigten, dass die Vorrichtungen 75 Prozent aller jungen Schlupfwespen passieren ließen, jedoch nur 1 Prozent der Motten.

Aus vier Kilogramm Laub konnten so bis zu 800 Nützlinge gewonnen werden, überwiegend aus der Gruppe der Erzwespen (Chalcidoidea). Kehrli und Bacher wollen ihre Technik nun in der Praxis erproben. "Wir sind gespannt, ob sich unsere Massenschlupfanlagen zu einer künftigen Biocontrol-Strategie gegen Cameraria ohridella entwickeln lassen", so die Forscher. Ihre Arbeiten führen sie im Rahmen des EU-Projekts CONTRACAM durch, dass eine dauerhafte biologische Kontrolle der Schädlinge anstrebt.

Anders als "echte" Parasiten verbringen Schlupfwespen nur einen Teil ihres Lebenszyklus' in einem Wirt. Daher werden sie als Parasitoide bezeichnet.

 


© ArtToday

Aus vier Kilogramm Kastanienlaub können bis zu 800 Nützlinge gewonnen werden.


 Mehr Informationen:

CONTRACAM

Sven Bacher, Zoologisches Institut der Universität Bern

Die Rosskastanien-Miniermotte

Parasitoide-Online: Erzwespen

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- Invasive Arten
 

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