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Afrika: Viel Getöse, viele Elefanten
Um die Elefanten eines Gebietes
zu zählen, reicht schon aufmerksames Zuhören. Je größer
eine Elefantengruppe ist, desto lauter geht es zu.
(jkm) - "Für das Sammeln
von Informationen über Zahl und Populationsstruktur von Elefanten
könnte in abgelegenen Gegenden ein Netzwerk von Lauschsystemen
von Wert sein", schreiben Katharine Payne von der Cornell
University in Ithaca, New York, und ihre Kolleginnen im "African
Journal of Ecology". Payne hatte Mitte der 80er-Jahre entdeckt,
dass die Dickhäuter sich teilweise über Infraschall
verständigen - sehr tiefe, für Menschen nicht mehr hörbare
Töne.
Die amerikanischen und kanadischen
Zoologinnen arbeiteten im Dzanga-Sangha-Wald in der Zentralafrikanischen
Republik. Mit einer Reihe von Mikrofonen und Videokameras belauschten
und beobachteten sie drei Wochen lang die Elefantengruppen, die
zum Salzlecken an eine Lichtung des Waldes kamen. Anhand der Ton-
und Bildaufnahmen konnten sie ermitteln, welches Tier in welcher
Situation welche Laute von sich gab.
Kleine Gruppen von Elefanten verhalten
sich demnach eher still, während in größeren Gruppen
ausgiebig kommuniziert wird. Zudem lässt sich am Anteil der
verschiedenen Lautäußerungen - vom gleichzeitigen Brummen
mehrerer Alttiere bis zum Prusten einzelner Jungtiere - die Zusammensetzung
einer Gruppe ablesen.
Nach Ansicht der Forscherinnen
kann ein solches Lauschsystem nicht nur Ökologen und Tierschützern
helfen. Angesichts der immer stärkeren Waldfragmentierung
könne es auch das Leben von Elefanten retten. "Konflikte
zwischen Elefanten und Siedlern in der Umgebung der Waldfragmente
werden gewöhnlich auf Kosten der Elefanten gelöst",
so Payne und ihre Kolleginnen. Genügend Vorwarnzeit "sollte
den Bauern helfen, jene Konflikte zu vermeiden, die schon lange
ihre Beziehung zu diesen Tieren geprägt haben."
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