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Kongo: Die letzten naiven Schimpansen
In einem unzugänglichen
Überschwemmungsgebiet im Kongo gibt es noch Schimpansen,
die keine Furcht vor Menschen haben.
(jkm) - Seit 1999 beobachten zwei
amerikanische Forscher die Affen und berichten nun im "International
Journal of Primatology" über ihre erstaunlichen Erfahrungen.
Anscheinend haben die Tiere seit dem Abzug eines kleinen Pygmäenstammes
keine Menschen mehr gesehen.
Das auffallendste Merkmal der
Schimpansen im Goualougo Triangle sei ihre unbekümmerte Neugier,
erklärt Dave Morgan von der Wildlife Conservation Society.
Bei zwei Drittel aller Kontakte flohen die Schimpansen nicht etwa,
sondern starrten die Forscher an und kamen schließlich langsam
näher, um einen besseren Blick auf die Fremdlinge zu werfen.
Einige droschen mit abgerissenen Zweigen auf den Boden, warfen
mit Ästen oder schrien, um die Reaktion der Besucher zu testen.
Nicht immer sei die Rollenverteilung zwischen Forscher und Forschungsobjekt
klar gewesen, so Morgan.
"So eine überwältigende
Neugier Menschen gegenüber wurde bisher in keiner anderen
Studie erwähnt", meint seine Kollegin Crickette Sanz
von der Washington University in St. Louis, Missouri. Lediglich
in etwa zwanzig Prozent der Fälle hätten die Tiere Anzeichen
von Nervosität gezeigt oder sich zurückgezogen. "Bisher
konnten Forscher erst nach jahrelanger Gewöhnung das Sozialverhalten
und den Werkzeuggebrauch der Tiere völlig entspannt studieren",
ergänzt Morgan.
Die Unbekümmertheit der Affen
lockte auch die legendäre Schimpansen-Expertin Jane Goodall
in den zentralafrikanischen Staat. Bislang hatte sie sich ausschließlich
auf die Schimpansen im Gombe-Nationalpark konzentriert, wo sie
seit 45 Jahren forscht und sich für den Schutz der Tiere
stark macht. Ihr Institut hat mittlerweile auch eine Kampagne
zum Schutz der Schimpansen im Kongo gestartet.
Kurz nach der Entdeckung der einzigartigen
Population wurde das Goualougo Triangle unter Schutz gestellt
und ist nun Teil des bereits 1993 gegründeten Nouabalé-Ndoki-Nationalparks.
Ursprünglich hatte ein deutsch-schweizerischer Konzern Konzessionen
zum Mahagoni-Einschlag in dem Gebiet besessen.
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