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- 17.03.2003 -

 

 

 

 


 

Lachse: Nachzucht schadet wilden Beständen

Millionen von Zuchtlachsen werden jährlich in den Flüssen Alaskas und Kanadas ausgesetzt - mit deutlichen Auswirkungen für die wilden Bestände.

(jkm) - Um den Bestand an Königslachsen zu stützen, werden in Alaska und Kanada jährlich bis zu 550 Millionen Fische nachgezüchtet und in den Flüssen ausgesetzt. Diese Maßname hat negative Auswirkungen auf die wilden Lachse, berichten jetzt kanadische Biologen im Magazin "Science". Ihrer Untersuchung zufolge werden die Eier der Fische immer kleiner.

Der Königslachs (Oncorhynchus tschawytscha) ist der größte im Pazifik lebende Lachs. Nach mehreren Jahren im Meer kommen die Lachse in die Flüsse zurück, um zu laichen. Weil ein ausgewachsener Königslachs ein durchschnittliches Gewicht von 10 bis 20 Kilogramm erreicht, erfreut sich der Fisch bei Kanadas Anglern großer Beliebtheit. Um die wilden Bestände zu verstärken, werden wilde Lachse gefangen, künstlich befruchtet und dann mit den aufgezogenen Jungtieren wieder in die Flüsse entlassen.

Diese Praxis habe die wilden Bestände bereits deutlich verändert, berichtet jetzt eine Forschergruppe um den Biologen David D. Heath von der University of Windsor in Ontario. Die Forscher schreiben im Magazin "Science", dass schon in der vierten Generation von Zuchtlachsen die Eier in den Fischkulturen deutlich kleiner ausfallen als in der freien Natur.

Während in der Natur nur die größten und stärksten Fische zum Laichen kämen, werde in den Fischfarmen auch den schwächeren Tieren zum Nachwuchs verholfen, sagen die Forscher. Die Jungfische könnten ihre ersten Tage zudem gefahrlos verleben, was eine natürliche Selektion verhindere.

Der Fischfarm-Effekt wirke sich langfristig auch auf die wilden Bestände aus, berichten die Biologen. Sie untersuchten vier Flüsse, in denen regelmäßig Zuchtfische freigelassen werden. In zwei Flüssen, in denen die Lachs-Population zu 43 bzw. 28 Prozent aus Zuchtfisch bestand, waren die Eier der wilden Lachse über einen Zeitraum von zwanzig Jahren deutlich geschrumpft.

In den beiden anderen Fällen, in denen nur 16 bzw. 4 Prozent der Königslachse aus Fischfarmen stammten, war der Laich praktisch unverändert. Um den natürlichen Zustand der Art zu erhalten, müssten die Aufzuchtprogramme überdacht werden, fordern die Biologen.

 

 Mehr Informationen:

Lachse

vista verde: Fischerei

 

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