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Lachse: Nachzucht schadet wilden Beständen
Millionen von Zuchtlachsen
werden jährlich in den Flüssen Alaskas und Kanadas ausgesetzt
- mit deutlichen Auswirkungen für die wilden Bestände.
(jkm) - Um den Bestand an Königslachsen
zu stützen, werden in Alaska und Kanada jährlich bis
zu 550 Millionen Fische nachgezüchtet und in den Flüssen
ausgesetzt. Diese Maßname hat negative Auswirkungen auf
die wilden Lachse, berichten jetzt kanadische Biologen im Magazin
"Science". Ihrer Untersuchung zufolge werden die Eier
der Fische immer kleiner.
Der Königslachs (Oncorhynchus
tschawytscha) ist der größte im Pazifik lebende Lachs.
Nach mehreren Jahren im Meer kommen die Lachse in die Flüsse
zurück, um zu laichen. Weil ein ausgewachsener Königslachs
ein durchschnittliches Gewicht von 10 bis 20 Kilogramm erreicht,
erfreut sich der Fisch bei Kanadas Anglern großer Beliebtheit.
Um die wilden Bestände zu verstärken, werden wilde Lachse
gefangen, künstlich befruchtet und dann mit den aufgezogenen
Jungtieren wieder in die Flüsse entlassen.
Diese Praxis habe die wilden Bestände
bereits deutlich verändert, berichtet jetzt eine Forschergruppe
um den Biologen David D. Heath von der University of Windsor in
Ontario. Die Forscher schreiben im Magazin "Science",
dass schon in der vierten Generation von Zuchtlachsen die Eier
in den Fischkulturen deutlich kleiner ausfallen als in der freien
Natur.
Während in der Natur nur
die größten und stärksten Fische zum Laichen kämen,
werde in den Fischfarmen auch den schwächeren Tieren zum
Nachwuchs verholfen, sagen die Forscher. Die Jungfische könnten
ihre ersten Tage zudem gefahrlos verleben, was eine natürliche
Selektion verhindere.
Der Fischfarm-Effekt wirke sich
langfristig auch auf die wilden Bestände aus, berichten die
Biologen. Sie untersuchten vier Flüsse, in denen regelmäßig
Zuchtfische freigelassen werden. In zwei Flüssen, in denen
die Lachs-Population zu 43 bzw. 28 Prozent aus Zuchtfisch bestand,
waren die Eier der wilden Lachse über einen Zeitraum von
zwanzig Jahren deutlich geschrumpft.
In den beiden anderen Fällen,
in denen nur 16 bzw. 4 Prozent der Königslachse aus Fischfarmen
stammten, war der Laich praktisch unverändert. Um den natürlichen
Zustand der Art zu erhalten, müssten die Aufzuchtprogramme
überdacht werden, fordern die Biologen.
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