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Vögel:
Diebische Krähen erkennen Verwandte
Krähen kennen kein Pardon,
auch Verwandte werden von ihnen beklaut - allerdings weniger aggressiv
als fremde Artgenossen.
(jkm) - Hat eine Krähe einen
Leckerbissen ergattert, muss sie auf der Hut sein: Stets ist ein
Artgenosse bereit, ihr das Futter zu stehlen. Dabei beweisen die
Vögel durchaus Sinn für Verwandtschaft, haben zwei amerikanische
Verhaltensforscher entdeckt. Ist der Dieb mit dem Opfer verwandt,
geht er trickreich vor. Andernfalls attackiert er es mit Scheinangriffen
und unter lautem Geschrei.
Dass Krähen ihre eigene Verwandtschaft
erkennen können, entdeckten Renee Robinette Ha und James
Ha von der University of Washington, Seattle, bei zweieinhalb
Jahre währenden Beobachtungen amerikanischer Sundkrähen
(Corvus caurinus). Das Forscherehepaar nahm Blutproben von 55
Krähen und konnte so die Verwandtschaftsverhältnisse
bestimmen. Wie die Has im Fachblatt "Bird Behavior"
berichten, entscheidet allein die Verwandtschaft darüber,
ob eine Krähe beim Diebstahl eher trickreich oder aggressiv
vorgeht. Geschlecht oder Alter des Opfers spielen dagegen keine
Rolle.
Nur wenige Krähen leben von
der Jagd allein, beobachtete das Paar. Die meisten Vögel
verbringen knapp die Hälfte ihrer Zeit mit Diebeszügen.
Obwohl sie in vier von zehn Versuchen erfolgreich sind, füllt
diese Art der Nahrungsbeschaffung den Magen nicht ausreichend.
"Krähen können nicht vom Futterdiebstahl allein
leben", meint Renee Ha, "weil es schlicht nicht ausreichend
Gelegenheit gibt, größere Happen zu ergattern. Sollte
der Vogel neben ihnen aber etwas länger brauchen, eine Beute
zu schlucken, werden sie es stets versuchen."
Trotz dieser unschönen Sitten
"bilden die Krähen stabile Schwärme, in denen einige
Vögel die gesamte Zeit verbringen", betont ihr Ehemann
James Ha. Er und seine Frau glauben, dass der Futterklau im Schwarm
nur bei Sundkrähen vorkommt. Diese Art lebt am Strand des
Pazifiks und ernährt sich hauptsächlich von großer
Beute wie Fischen oder Muscheln. Beispielsweise die Gemeine Krähe
(Corvus brachyrhynchos) fresse dagegen nur Würmer und Körner,
erläutert Renee Ha. "Dieses Futter bietet keine Ziele
für einen Diebstahl."
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