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Australien:
Eidechsen lieben es familiär
Wir Menschen, viele Säugetiere
und einige Vogelarten leben in Kernfamilien mit Vater, Mutter
und Kindern. Von Reptilien war dies nicht bekannt - bisher.
(jkm) - Nun haben australische
Forscher erstmals vergleichbares Verhalten bei einer Eidechsen-Art
entdeckt. Der Schwarze Felsenskink (Egernia saxatilis) ist damit
die erste Reptilienart überhaupt, die in einer Kernfamilie
organisiert ist.
Um die Echsen unterscheiden zu
können, markierten der Evolutionsbiologe Richard Shine von
der Universität Sidney und sein Student Dave O'Connor die
Tiere durch das Kupieren der Zehen. Drei Jahre lang beobachteten
sie die Populationen der Eidechsen in den Blue Mountains im Südosten
Australiens.
Im Fachblatt "Molecular Ecology"
berichten die Forscher jetzt, dass 72 Prozent der Tiere in stabilen
Gruppen zusammenlebten. Dieser Umstand allein überrascht
nicht, denn eine Gruppenbildung bei Eidechsen kommt öfter
vor. Vermutlich schützen sich die Tiere so gegenseitig vor
der Hitze und dem Austrocknen.
Eine Genanalyse von 115 Schwarzen
Felsenskinken ergab darüber hinaus, dass 65 Prozent der Echsen
im Familienverband lebten, davon 39 Prozent mit ihren beiden Eltern.
Anders als die meisten Echsenarten lebten viele der Schwarzen
Felsenskinke in langandauernder Monogamie, manchmal sogar mit
allen Kindern aus drei Würfen im Jahr. Ganz genau nehmen
es die Echsen mit der Abstammung allerdings nicht. Die Echsen
bildeten auch Familien mit drei "Eltern", Stiefgeschwistern
oder adoptierten Kinder.
"Die Schwarzen Felsskinke
sind sehr agressiv", berichtet Richard Shine, "vermutlich
schützt der Familienverband die jungen Eidechsen vor den
eigenen Artgenossen." Er schließt nicht aus, dass noch
bei anderen Reptilien bisher übersehene persönliche
Beziehungen entdeckt werden könnten.
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