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Zoologie:
Verwilderte Hauskatzen sind Einzelgänger
Verwilderte Hauskatzen sind
Einzelgänger und stellen für die in Deutschland selten
gewordenen Wildkatzen keine Gefahr dar.
(jkm) - Wenn Hauskatzen verwildern,
werden sie zu Einzelgängern und beanspruchen große
Reviere für sich. Für die in Deutschland selten gewordenen
Wildkatzen stellen sie aber keine Gefahr dar. Wild- und Hauskatzen
paaren sich nicht, weil sie die Lebensräume des anderen weitgehend
meiden. Das hat ein russischer Forscher zusammen mit Göttinger
Kollegen ermittelt.
Der Zoologe S.V. Naidenko von
der Russischen Akademie der Wissenschaften und seine Kollegen
vom Institut für Wildbiologie und Jagdkunde an der Universität
Göttingen hatten sieben männliche und eine weibliche
verwilderte Hauskatze mit Sendern ausgerüstet. Dadurch konnten
die Streifzüge der Tiere durch das Göttinger Umland
nachvollzogen werden.
Wie Naidenko jetzt berichtet,
durchwanderten die Kater Reviere zwischen 34,5 und 158 Hektar
Größe. Wenn sie dabei das Gebiet eines Artgenossen
streiften, so tolerierten sich die Tiere und gingen einander aus
dem Weg. Zu Auseinandersetzungen komme es nur zur Paarungszeit,
berichtet Naidenko.
Im Sommer halten sich die Tiere
offenbar bevorzugt in Getreidefeldern auf, um dort Mäuse
und Vögel zu jagen. Gern suchen sie auch nahe gelegene Ortschaften
auf. Geräubert werden dann die im Hof oder Garten stehenden
Futternäpfe der häuslichen Artgenossen.
Keine Gefahr besteht offenbar,
dass verwilderte Hauskatzen sich mit den seltenen Wildkatzen (Felis
silvestris) paaren. Ihr Bestand soll in ganz Deutschland nur noch
1.000 bis 2.000 Exemplare betragen. Zoologen hatten befürchtet,
das Erbgut der Wildkatze könne durch Kreuzungen mit Hauskatzen
langfristig verloren gehen.
Die Beobachtung der acht verwilderten
Tiere belegt jetzt, dass Haus- und Wildkatzen strikt von einander
getrennte Lebensräume haben. Die Wildkatze verlässt
nie den Wald, während sich die Hauskatze höchstens am
Waldrand orientiert, den Wald selbst aber nur selten betritt.
Der Gen-Pool der Wildkatze sei deshalb nicht in Gefahr, meint
Naidenko.
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