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- 04.03.2003 -

 

 

 

 

 


 

Archiv:

Schmetterlinge aus dem Scheck-Scanner

Von Banken eingesetzte Scheck-Scanner helfen britischen Wissenschaftlern, ein Archiv mit Daten zu mehr als 130.000 Schmetterlings-Arten via Internet für die Öffentlichkeit verfügbar zu machen.

(jkm) - Schmetterlinge machen schätzungsweise zehn Prozent aller bekannten Spezies aus. Bislang existiert jedoch kein umfassender Katalog dieser Tiergruppe. Britische Zoologen und Informatiker haben diese Mammutaufgabe nun in Angriff genommen. Mit Hilfe von Scannern erfassten sie rund 290.000 teils handgeschriebene Zettel aus dem Londoner National Museum of Natural History und stellen die Daten nun frei verfügbar ins World Wide Web.

Die Kartensammlung des Museums enthält Informationen über knapp 138.000 Arten von Schmetterlingen (Lepidoptera). Wollten Insektenkundler Zugriff diesen Datenfundus nutzen, mussten sie sich bislang nach London bemühen und dann zum Teil über einhundert Jahre alte handschriftliche Notizen entziffern. Im Rahmen des Projekts VIADOCS (Versatile, Interactive, Archive Document Conversion System) griffen die Zoologen und Informatiker nun auf eine Technik zurück, die sich beim automatischen Erkennen handgeschriebener Buchstaben und Ziffern bewährt hat: Von Banken eingesetzte Scheck-Scanner.

"Vor einigen Jahren schätzten wir, die Archivdaten per Hand in eine Datenbank einzugeben würde einen Aufwand von 430 Personen-Jahren bedeuten", erläutert Malcolm Scoble, Leiter des Projekts an dem Museum. Dank der neuen Erfassungs- und Auswertemethoden könne die Arbeit binnen drei Jahren bewerkstelligt werden, Korrekturen seien kaum nötig. "Letztlich wird diese bedeutende Quelle nicht nur bewahrt, sondern auch für Experten und Amateuren in der ganzen Welt zugänglich."

Mit Hilfe der Scanner wurden Vorder- und Rückseite der Karten digitalisiert und die Daten mit Hilfe einer speziell angepassten Optical Character Recognition (OCR)-Software in die Datenbank überführt. Mit den Informationen über eine Art werden jedoch gleichzeitig die eingescannten Bilder angezeigt, um auf Nummer Sicher zu gehen.

Derzeit sind die Daten von knapp 28.000 Spezies aus sieben Überfamilien abrufbar. Bis zum Herbst diesen Jahres sollen auch die Daten der restlichen 110.000 verfügbar sein.

 


© ArtToday

Schmetterlinge machen schätzungsweise zehn Prozent aller bekannten Spezies aus.

 Mehr Informationen:

Global Lepidoptera Names Index (LepIndex)

Europäische Schmetterlinge

vista verde: Insekten

 

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