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- 19.02.2003 -

 

 

 

 


 

Artensterben:

Globaler Wandel bedroht Artenvielfalt

Der Mensch hat mit seinen Eingriffen in die Natur das bislang größte Artensterben ausgelöst.

Rostock (dpa) - «Der Verlauf ist schneller und dramatischer als beim Aussterben der Dinosaurier», sagte Stefan Porembski, Direktor des Botanischen Gartens der Universität Rostock in einem dpa-Gespräch. Das derzeitige Artensterben auf Grund von Klimaveränderung und Landschaftsverbrauch sei in der Erdgeschichte einmalig. In Rostock begann am Mittwoch die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Tropenökologie. Bis Samstag wollen etwa 300 Teilnehmer über die biologische Vielfalt diskutieren.

Bis heute seien erst 1,75 Millionen Tier- und Pflanzenarten erfasst. «Von vielen kennen wir nur den Namen, über ihre Rolle im Ökosystem haben wir jedoch keine Ahnung», sagte Porembski. Die Gesamtzahl der Arten weltweit liege vermutlich irgendwo zwischen 5 und 100 Millionen. Daraus ergebe sich ein unermesslicher Reichtum an natürlichen Ressourcen, nicht nur als Nahrung oder Baustoff, sondern auch für die Medizin und andere Wissenschaften. «Viele potenziell nutzbare Ressourcen sind aber wohl schon verloren gegangen», klagte Porembski.

Es sei noch völlig unklar, wie der Artenschwund sich auf den Menschen auswirkt. «Vielleicht haben wir schon eine Grenze überschritten, die unwiderruflich zur Zerstörung der für uns wichtigen Lebensräume führt», sagte der Forscher. Derzeit gebe es eine Debatte, wie viele Arten die Erde braucht, um zu «funktionieren», also um etwa ausreichend saubere Luft und Trinkwasser vorzuhalten.

Deutschland als rohstoffarmes und hoch technisiertes Land sollte nach Porembskis Ansicht ein besonderes Interesse am Erhalt der Artenvielfalt haben: «Wir können wissenschaftliches und technisches Know-how aus der Natur gewinnen.» Er verwies auf den Lotus-Effekt. Durch die Noppenstruktur der Lotusblätter perlt Schmutz einfach von ihnen ab.

 

 Mehr Informationen:

Deutsche Gesellschaft für Tropenökologie

vista verde:
- Artenschutz
- Globaler Wandel

 

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