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Artensterben:
Globaler Wandel bedroht Artenvielfalt
Der Mensch hat mit seinen Eingriffen
in die Natur das bislang größte Artensterben ausgelöst.
Rostock (dpa) - «Der Verlauf
ist schneller und dramatischer als beim Aussterben der Dinosaurier»,
sagte Stefan Porembski, Direktor des Botanischen Gartens der Universität
Rostock in einem dpa-Gespräch. Das derzeitige Artensterben
auf Grund von Klimaveränderung und Landschaftsverbrauch sei
in der Erdgeschichte einmalig. In Rostock begann am Mittwoch die
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Tropenökologie.
Bis Samstag wollen etwa 300 Teilnehmer über die biologische
Vielfalt diskutieren.
Bis heute seien erst 1,75 Millionen
Tier- und Pflanzenarten erfasst. «Von vielen kennen wir
nur den Namen, über ihre Rolle im Ökosystem haben wir
jedoch keine Ahnung», sagte Porembski. Die Gesamtzahl der
Arten weltweit liege vermutlich irgendwo zwischen 5 und 100 Millionen.
Daraus ergebe sich ein unermesslicher Reichtum an natürlichen
Ressourcen, nicht nur als Nahrung oder Baustoff, sondern auch
für die Medizin und andere Wissenschaften. «Viele potenziell
nutzbare Ressourcen sind aber wohl schon verloren gegangen»,
klagte Porembski.
Es sei noch völlig unklar,
wie der Artenschwund sich auf den Menschen auswirkt. «Vielleicht
haben wir schon eine Grenze überschritten, die unwiderruflich
zur Zerstörung der für uns wichtigen Lebensräume
führt», sagte der Forscher. Derzeit gebe es eine Debatte,
wie viele Arten die Erde braucht, um zu «funktionieren»,
also um etwa ausreichend saubere Luft und Trinkwasser vorzuhalten.
Deutschland als rohstoffarmes
und hoch technisiertes Land sollte nach Porembskis Ansicht ein
besonderes Interesse am Erhalt der Artenvielfalt haben: «Wir
können wissenschaftliches und technisches Know-how aus der
Natur gewinnen.» Er verwies auf den Lotus-Effekt. Durch
die Noppenstruktur der Lotusblätter perlt Schmutz einfach
von ihnen ab.
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