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- 17.02.2003 -

 

 

 

 

 

 

 


 

Meere:

Mit zerstörerischen Fangmethoden bedroht sich die Fischerei selbst

Massenhafte ungewollte Beifänge und die Verwüstung von Lebensräumen durch Schleppnetze und andere zerstörerische Fangmethoden bedrohen den Fortbestand der Fischerei.

Denver (dpa) - Fast ein Viertel aller gefangenen Meerestiere wird tot oder sterbend wieder ins Wasser geworfen, weil die Tiere ungewollt ins Netz gegangen sind. Auf der weltgrößten Wissenschaftstagung in Denver (US-Staat Colorado) forderten Forscher die Fischindustrie eindringlich auf, besser spezialisierte und weniger zerstörerische Fanggeräte zu verwenden. Massenhafte ungewollte Beifänge und die Verwüstung von Lebensräumen durch Schleppnetze und ähnliches Gerät bedrohten den Fortbestand der Fischerei.

Allein für die USA belaufe sich die Bilanz der Beifänge auf rund eine Million Tonnen für das Jahr 2000, darunter vom Aussterben bedrohte Meeresschildkröten, Delfine, Haie und Seevögel. «Angesichts des dokumentierten Rückgangs der weltweiten Fischfänge ist diese Art der Verschwendung inakzeptabel», sagte Larry Crowder von der Duke University in Durham (North Carolina) auf der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft (AAAS). Viele der verwendeten Fanggeräte könnten den gewünschten Fang nicht von anderen Meerestieren trennen, die zu klein, nicht zu verkaufen oder zu wenig profitabel sind, um sie an Land zu bringen.

Die größte Zerstörung richten nach übereinstimmendem Urteil von Fischern, Umweltschützern und Wissenschaftler die Grundschleppnetze an. Die Netze haben ein Geschirr, das über den Seeboden gezogen wird, dabei den Meeresgrund aufwühlt und Korallenriffe zerschlägt. Diese Lebensräume seien jedoch von elementarer Bedeutung für das Nachwachsen neuer Fischgenerationen. Seien sie erst zerstört, wackele die gesamte Nahrungspyramide.

«Der Schaden auf unserem Ozeanboden ist möglicherweise großflächiger und schlimmer als das Abholzen des tropischen Regenwaldes», sagte Elliott Norse vom Marine Conservation Biology Institute (MBI) in Redmond (Washington).

Die Grundstellnetze in deren engen Maschen sich Fische mit ihren Kiemen verfangen, und Hochsee-Schleppnetze rangierten auf den Plätzen zwei und drei der Verursacherliste. Am unteren Ende der Skala stehen Ringwadennetze zum Einkreisen von Tunfischen und mit Haken bestückten Fangleinen, deren ökologische Folgen als relativ gering betrachtet wurden.

Oftmals würden schon kleine Veränderung reichen, um das Problem des Beifangs effektiv zu reduzieren, erklärte Lance Morgan vom MBI. An den Hauptleinen eines Schleppnetzes angebundene im Wind flatternde Bänder würden beispielsweise Seevögel davon abschrecken, nach im Netz zappelnden Fischen zu tauchen und dabei selbst gefangen zu werden.

 


© NOAA

Shrimps-Fischerei: Der Beifang wird tot wieder ins Meer geworfen.


 Mehr Informationen:

AAAS

WWF: Fischerei

EU-Kommission

vista verde: Fischerei

 

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