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Vögel: Aggressive Moorhähne
sorgen für Populationseinbrüche
Durch Testosteron aufgeputschte
Männchen des Moorschneehuhns können einen Rückgang
der gesamten Population auslösen, berichten britische Ökologen.
(jkm) - Nicht nur der Einfluss
von Räubern, Parasiten oder Nahrungsangebot, auch populationsinterne
Faktoren wie territoriale Hähne können demnach Populationsschwankungen
auslösen. Das berichten britische Ökologen im Fachmagazin
"Nature".
Ökologen sind fasziniert
von Arten wie Lemmingen oder Schneehasen, deren Populationen regelmäßig
wachsen und schließlich wieder einbrechen. Wie stark äußere
und interne Faktoren zu den Schwankungen beitragen, ist jedoch
unklar. Beispielsweise fand man, dass die Populationseinbrüche
bei Schottischen Moorschneehühnern (Lagopus lagopus scoticus)
verhindert werden können, indem man die Dichte der Parasiten
reduziert und so die Fruchtbarkeit der Hennen erhöht.
François Mougeot vom Center
for Ecology and Hydrology im schottischen Banchory und seine Kollegen
verfolgten nun die Hypothese, dass die Hähne ebenfalls nicht
ganz schuldlos sind. Je größer die Populationsdichte,
desto aggressiver sollten alteingesessene Tiere gegen junge Hähne
vorgehen und so den Gesamtbruterfolg im nächsten Herbst reduzieren.
Um ihre Vermutung zu testen, implantierten die Forscher 153 alten
Hähnen Testosteronpräparate.
Der Erfolg ließ nicht lange
auf sich warten. Die derart aufgeputschten Hähne gingen deutlich
aggressiver gegen junge Geschlechtsgenossen vor und verhinderten
deren Etablierung. Mit der Zahl junger Hähne sank gleichzeitig
auch die Zahl der Hennen und damit die Zahl der Brutpaare. Während
alle nicht manipulierten Gebiete ein Populationswachstum verzeichneten,
waren die Testosteron-Gebiete von Stagnation und Rückgang
betroffen.
Mougeot und seine Kollegen glauben
daher, dass das Verhalten der Tiere eine entscheidende Rolle bei
den Populationsschwankungen spielt. Allerdings nehme der Parasitendruck
mit der Regenmenge zu und werde zudem durch den Testosteronspiegel
und aggressives Verhalten beeinflusst. Weitere Experimente müssten
daher klären, "unter welchen Bedingungen Parasiten oder
Territorialverhalten das System dominieren, und wie aus der Interaktion
dieser zwei Faktoren die instabile Populationsdynamik entsteht."
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