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- 13.02.2003 -

 

 

 

 

 


 

Vögel: Aggressive Moorhähne sorgen für Populationseinbrüche

Durch Testosteron aufgeputschte Männchen des Moorschneehuhns können einen Rückgang der gesamten Population auslösen, berichten britische Ökologen.

(jkm) - Nicht nur der Einfluss von Räubern, Parasiten oder Nahrungsangebot, auch populationsinterne Faktoren wie territoriale Hähne können demnach Populationsschwankungen auslösen. Das berichten britische Ökologen im Fachmagazin "Nature".

Ökologen sind fasziniert von Arten wie Lemmingen oder Schneehasen, deren Populationen regelmäßig wachsen und schließlich wieder einbrechen. Wie stark äußere und interne Faktoren zu den Schwankungen beitragen, ist jedoch unklar. Beispielsweise fand man, dass die Populationseinbrüche bei Schottischen Moorschneehühnern (Lagopus lagopus scoticus) verhindert werden können, indem man die Dichte der Parasiten reduziert und so die Fruchtbarkeit der Hennen erhöht.

François Mougeot vom Center for Ecology and Hydrology im schottischen Banchory und seine Kollegen verfolgten nun die Hypothese, dass die Hähne ebenfalls nicht ganz schuldlos sind. Je größer die Populationsdichte, desto aggressiver sollten alteingesessene Tiere gegen junge Hähne vorgehen und so den Gesamtbruterfolg im nächsten Herbst reduzieren. Um ihre Vermutung zu testen, implantierten die Forscher 153 alten Hähnen Testosteronpräparate.

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Die derart aufgeputschten Hähne gingen deutlich aggressiver gegen junge Geschlechtsgenossen vor und verhinderten deren Etablierung. Mit der Zahl junger Hähne sank gleichzeitig auch die Zahl der Hennen und damit die Zahl der Brutpaare. Während alle nicht manipulierten Gebiete ein Populationswachstum verzeichneten, waren die Testosteron-Gebiete von Stagnation und Rückgang betroffen.

Mougeot und seine Kollegen glauben daher, dass das Verhalten der Tiere eine entscheidende Rolle bei den Populationsschwankungen spielt. Allerdings nehme der Parasitendruck mit der Regenmenge zu und werde zudem durch den Testosteronspiegel und aggressives Verhalten beeinflusst. Weitere Experimente müssten daher klären, "unter welchen Bedingungen Parasiten oder Territorialverhalten das System dominieren, und wie aus der Interaktion dieser zwei Faktoren die instabile Populationsdynamik entsteht."

 

 Mehr Informationen:

Centre for Ecology and Hydrology

Schottisches Moorschneehuhn

 

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