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Saiga-Antilope: Stärker dezimiert
als jedes andere Säugetier
Die Zahl der Saiga-Antilopen
in Zentralasien ist nach Expertenangaben so dramatisch gesunken
wie die keines anderen Säugetiers derzeit.
(jkm) - Die in den Steppen Zentralasiens
lebenden Saiga-Antilopen stehen erneut vor dem Aussterben. Wie
das Magazin "New Scientist" in seiner neuen Ausgabe
berichtet, ist die Zahl der Tiere in den letzten zehn Jahren von
rund einer Million auf unter 30.000 gefallen. Bei den meisten
noch lebenden Saigas handle es sich um Weibchen, da die Männchen
ihres Hornes wegen geschossen würden.
"Die Ebenen waren schwarz
vor lauter Antilopen, aber heute hat man Mühe, überhaupt
eine zu Gesicht zu bekommen", so Abigail Entwistle von der
britischen Naturschutzorganisation "Fauna & Flora International"
gegenüber dem Magazin. Keine andere Säugerart habe jemals
einen solch dramatischen Einbruch erfahren. Möglicherweise
blieben nur noch zwei Jahre zur Rettung der Art. "Das Problem
ist, dass die meisten Leute noch nie etwas von den Tieren gehört
haben, daher bekommt man kaum Geld zusammen."

©
ArtToday
Die Jagd
auf die Männchen wegen des begehrten Hornes hat
die Herden in nur zehn Jahren um 97 Prozent reduziert.
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Rettungsplan für das Nashorn ist Untergang der Saiga
Saigas (Saiga tatarica) werden
bis zu 1,4 Meter lang und erreichen eine Schulterhöhe von
80 Zentimetern. Anhand ihrer voluminös gewölbten Nase,
die als Atemluftbefeuchter, Wärmeaustauscher und Staubfilter
dient, sind die bis zu 50 Kilogramm schweren Steppenbewohner leicht
zu erkennen. Die Männchen tragen dunkle Hörner, die
in der traditionellen chinesischen Medizin als Mittel gegen Krämpfe
und Fieber begehrt sind.
Bereits nach dem Ende des ersten
Weltkriegs standen die Saigas vor der Ausrottung. Daraufhin erließen
Russland und Kasachstan Jagdverbote und initiierten eine schonende
Nutzung der Antilopen. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion setzte
erneut eine ungebremste Jagd ein - wohl organisierte Schmugglerbanden
schaffen die Hörner nun in Bahnwaggons gen Osten.
Möglicherweise haben Naturschützer
selbst zur gegenwärtigen Misere beigetragen, schreibt das
Magazin. Zu Beginn der 90er-Jahre hätten Organisationen wie
der WWF die Jagd auf die Saigas gefördert, um so den Druck
auf Nashörner zu mildern. Das Umweltprogramm der Vereinten
Nationen (UNEP) habe sogar einen "Gesandten" nach Ostasien
geschickt, um für Saiga als Alternative zum Nashorn zu werben.
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