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- 13.02.2003 -

 

 

 


 

Saiga-Antilope: Stärker dezimiert als jedes andere Säugetier

Die Zahl der Saiga-Antilopen in Zentralasien ist nach Expertenangaben so dramatisch gesunken wie die keines anderen Säugetiers derzeit.

(jkm) - Die in den Steppen Zentralasiens lebenden Saiga-Antilopen stehen erneut vor dem Aussterben. Wie das Magazin "New Scientist" in seiner neuen Ausgabe berichtet, ist die Zahl der Tiere in den letzten zehn Jahren von rund einer Million auf unter 30.000 gefallen. Bei den meisten noch lebenden Saigas handle es sich um Weibchen, da die Männchen ihres Hornes wegen geschossen würden.

"Die Ebenen waren schwarz vor lauter Antilopen, aber heute hat man Mühe, überhaupt eine zu Gesicht zu bekommen", so Abigail Entwistle von der britischen Naturschutzorganisation "Fauna & Flora International" gegenüber dem Magazin. Keine andere Säugerart habe jemals einen solch dramatischen Einbruch erfahren. Möglicherweise blieben nur noch zwei Jahre zur Rettung der Art. "Das Problem ist, dass die meisten Leute noch nie etwas von den Tieren gehört haben, daher bekommt man kaum Geld zusammen."

 


© ArtToday

Die Jagd auf die Männchen wegen des begehrten Hornes hat
die Herden in nur zehn Jahren um 97 Prozent reduziert.

 
Rettungsplan für das Nashorn ist Untergang der Saiga

Saigas (Saiga tatarica) werden bis zu 1,4 Meter lang und erreichen eine Schulterhöhe von 80 Zentimetern. Anhand ihrer voluminös gewölbten Nase, die als Atemluftbefeuchter, Wärmeaustauscher und Staubfilter dient, sind die bis zu 50 Kilogramm schweren Steppenbewohner leicht zu erkennen. Die Männchen tragen dunkle Hörner, die in der traditionellen chinesischen Medizin als Mittel gegen Krämpfe und Fieber begehrt sind.

Bereits nach dem Ende des ersten Weltkriegs standen die Saigas vor der Ausrottung. Daraufhin erließen Russland und Kasachstan Jagdverbote und initiierten eine schonende Nutzung der Antilopen. Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion setzte erneut eine ungebremste Jagd ein - wohl organisierte Schmugglerbanden schaffen die Hörner nun in Bahnwaggons gen Osten.

Möglicherweise haben Naturschützer selbst zur gegenwärtigen Misere beigetragen, schreibt das Magazin. Zu Beginn der 90er-Jahre hätten Organisationen wie der WWF die Jagd auf die Saigas gefördert, um so den Druck auf Nashörner zu mildern. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) habe sogar einen "Gesandten" nach Ostasien geschickt, um für Saiga als Alternative zum Nashorn zu werben.

 

 Mehr Informationen:

NewScientist

Flora and Fauna International

WWF: Medizin und Artenschutz

Die Saiga-Antilope


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