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Feiner Fühler:
Haie besitzen Gel-Thermometer
Haie nutzen ihre mit Gel gefüllten
Hautporen möglicherweise auch als Temperaturfühler,
glaubt ein amerikanischer Physiker.
(jkm) - Bisher waren die so genannten
Lorenzinischen Ampullen nur als Sensoren für elektrische
Felder bekannt. Wie der Forscher im Magazin "Nature"
berichtet, baut sich in dem Gel bei Temperaturänderungen
eine elektrische Spannung auf.
"Diese Eigenschaft des Gels
zeigt, dass die Temperatur auch ohne Ionenkanäle in elektrische
Information übersetzt werden kann", schreibt Brandon
Brown von der University of San Francisco. Möglicherweise
helfe diese Sensibilität Haien und anderen Knorpelfischen,
Temperaturfronten und damit lohnende Jagdgründe aufzuspüren.
An Kopf und Schnauze von Haien
finden sich zahlreiche gelgefüllte Hauteinstülpungen,
die in einem kleinen Hohlraum enden. Schon vor 15 Jahren war an
Katzenhaien entdeckt worden, dass die von diesen Lorenzinischen
Ampullen ausgehenden Nerven bei Abkühlung vorübergehend
schneller feuern.
Brown fand nun, dass dieses Phänomen
auf das aus Glykoproteinen bestehende Gel selbst zurückgehen
könnte: Pro Grad Celsius Temperaturdifferenz zwischen den
Enden des Materials baute sich darin eine Spannung von mehreren
hundert Mikrovolt auf.
Aus Verhaltensstudien wisse man,
dass die Lorenzinischen Ampullen auf Spannungen von 0,05 Mikrovolt
reagierten, so der Forscher. Daher könnten die Ampullen durchaus
auf Temperaturveränderungen von einem Tausendstel Grad Celsius
ansprechen.
"Es ist nicht bekannt, ob
Haie überhaupt auf einen feinen Temperatursinn angewiesen
sind", schreibt Brown, "aber sowohl Weiße Haie
als auch Riesenhaie sind in der Lage, Temperaturgefällen
im Wasser präzise zu folgen."
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