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WWF: Wattenmeer weiter hoch belastet
Das Wattenmeer ist nach Angaben
der Umweltstiftung WWF trotz verschiedener Abkommen immer noch
stark mit giftigen Chemikalien belastet. Eine neue EU-Politik
sei überfällig.
Hamburg (dpa) - Zusätze
in Kunststoffen, Waschmitteln und Kosmetika sowie Pflanzenschutzmittel
und hormonell wirksame Stoffe seien besonders gefährlich,
betonte WWF-Meeresschutzexpertin Patricia Cameron am Mittwoch
in Hamburg. Nach wie vor gelangten zu viele solcher Schadstoffe
ins Meer und könnten bei Pflanzen und Tieren gravierende
Schäden verursachen. Der WWF forderte im Rahmen einer neuen
EU-Chemiekalienpolitik ein rasches Ende der Verschmutzung.
Zum Seehundsterben des vergangenen
Jahres hat die unsichtbare Giftfracht nach WWF-Ansicht einen entscheidenden
Beitrag geleistet. «Seehunde gleichen einer schwimmenden
Schadstoffdeponie. Sie stehen im Nahrungsnetz des Wattenmeeres
an oberster Stelle und fressen Fische, die bereits hoch belastet
sind», sagte Cameron. Der WWF richte daher den dringenden
Apell an die Bundesregierung, «sich im Zuge der geplanten
Reform der europäischen Chemikalienpolitik für effektive
Maßnahmen einzusetzen».
12.000 Chemikalien befinden sich
nach WWF-Angaben auf dem europäischen Markt, ohne dass sie
vorher auf mögliche Risiken für Mensch und Umwelt hin
geprüft worden seien. Viele hätten sich als giftig erwiesen.
«Viele Meerestiere sind mit langlebigen, schwer abbaubaren
Schadstoffen belastet», betonte Cameron.
Das Beispiel PCB (Polychlorierte
Biphenyle), die früher unter anderem als Isolierflüssigkeiten
und für Weichmacher in Kunststoffen dienten, zeige die langfristigen
Folgen auf. So wiesen Eier von Silbermöwen trotz langjährigen
Verbots von PCB «eine annähernd gleich hohe Belastung
von 670 Mikrogramm je Kilogramm (µg/kg) Frischgewicht auf,
während die Werte in der Leber von Aalen (182 µg/kg)
sogar noch zunahmen», betonte die Umweltschützerin.
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