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Sibirien: Hungrige Hasen fällen
Bäume
Schneehasen sind bekannt dafür,
dass sie große Schäden an jungen Bäumen anrichten
können. Wie weit die Langohren dabei gehen, haben russische
Biologen nun entdeckt.
(jkm) - Schneehasen (Lepus timidus)
sind ideal an das Leben in Hochgebirgen, borealen Wäldern
und Tundren angepasst. Je nach Jahreszeit wechseln sie die Fellfarbe
und besitzen extrem lange, dicht behaarte Hinterläufe, die
ähnlich Schneeschuhen das Einsinken im Schnee verhindern.
Gerade im Winter fressen sie alles, was sie nur finden können.
Dabei schrecken sie auch vor radikalen
Maßnahmen nicht zurück, fanden Anatoly Pshennikov vom
sibirischen Zweig der Russischen Akademie der Wissenschaften in
Yakutsk und seine Kollegen. Einem der Bericht der Agentur "Informnauka"
zufolge legen die Tiere nach Biberart ganze Bäume um und
machen sich über die jungen Triebe her.
Zunächst nagen die Tiere
die unteren Triebe von Sträuchern und Bäumen ab. Dabei
erreichen sie noch Zweige in bis zu einem Meter Höhe. Sind
sie dann noch nicht satt und ist keine andere Nahrungsquelle verfügbar,
gehen die Hasen den Baumstamm an.
Anders als Biber beschränken
sie sich dabei nur auf eine Seite des Stamms. Handelt es sich
um einen älteren, dickeren Baum, müssen die Tiere sich
mit der Rinde begnügen. Bei jüngeren Bäumen können
sie sich dagegen soweit in das Holz vorarbeiten, dass der Baum
schließlich kippt.
Wie die Agentur berichtet, fällen
Schneehasen auf diese Weise bis zu vier Zentimeter dicke und vier
Meter hohe Weiden, Erlen, Birken oder Lärchen. Damit gelangen
genügend Zweige und junge Rinde in die Reichweite der Tiere,
um sie einen weiteren Tag mit Energie zu versorgen.
Pshennikov und seine Kollegen
glauben jedoch, dass sich die Tiere nur sehr selten, in Fällen
extremer Nahrungsknappheit als Holzfäller betätigen.
Dies könne erklären, warum das Verhalten in der Literatur
bislang nicht beschrieben sei. Dass es sich um ein erst kürzlich
erlerntes Verhalten handelt, halten die Forscher für eher
unwahrscheinlich.
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