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Tierversuche für Kosmetika: Ab 2009
in der EU völlig verboten
Von 2009 an wird es in der
EU keinerlei Tierversuche mehr für Kosmetika geben.
Straßburg (dpa) - Das beschlossen
die Abgeordneten des Europäischen Parlaments am Dienstag
in dritter und abschließender Lesung zur Novelle der Kosmetik-Richtlinie.
Auch dürfen vom Jahr 2009 an keine Kosmetikprodukte wie Lippenstifte
und Haarschampoos in der EU mehr verkauft werden, wenn sie an
Tieren getestet wurden. In Kosmetika dürfen ferner keine
gesundheitsgefährdende Stoffe mehr enthalten sein. Das Verbot
gilt für neu auf den Markt gebrachte Produkte sowie deren
einzelne Inhaltsstoffe.
Die Richtlinie sieht bereits
von Mitte 2004 an ein Test- und Vermarktungsverbot für Kosmetika
vor, bei denen es alternative Testverfahren gibt. Drei Testverfahren,
die noch nicht ersetzt werden können, darf die Industrie
allerdings noch bis 2013 anwenden. Zwei Jahre vorher kann diese
Ausnahmeregelung mit Zustimmung des Europaparlaments jedoch verlängert
werden, wenn sich keine alternativen Testmethoden abzeichnen.
Die Hersteller müssen ferner
ein Mindesthaltbarkeitsdatum für ihre Kosmetika auf der Verpackung
angeben. Ein Symbol in Form eines offenen Cremetopfes soll angeben,
wie lange das Produkt nach dem Öffnen noch ohne Schaden für
die Gesundheit verwendet werden kann. Allergieauslösende
Stoffe müssen auf dem Etikett angegeben werden, wenn sie
einen bestimmten Wert überschreiten. Verboten sind ferner
Stoffe in den Kosmetika, die Krebs erzeugend sind, das Erbgut
verändern oder die Fortpflanzung schädigen.
Die Berichterstatterin Dagmar
Roth-Behrendt (SPD) bezeichnete die Richtlinie als «guten
Kompromiss». Die verbindlichen Fristen seien für die
Industrie Anreiz, alternative Testmethoden zu entwickeln. Zehn
Jahre habe das Tauziehen zwischen Europarlament, Kommission, Rat
und Industrie gedauert, um ein Tierversuchsverbot durchzusetzen.
Tierschützer kritisierten allerdings die ihrer Meinung viel
zu langen Übergangsfristen.
Nach Angaben der Kommission werden
in der EU mindestens 40.000 Kaninchen, Hamster, Meerschweinchen,
Ratten, Mäuse und Affen für Kosmetikversuche getötet.
Bei den Tests werden unter anderem ätzende Substanzen in
die Augen von Kaninchen geträufelt oder in die geschorene
Haut von Meerschweinchen gerieben.
Insgesamt werden in der EU nach
Angaben von Roth-Behrendt rund 8400 Kosmetik-Inhaltsstoffe auf
ihre Ungefährlichkeit für den Menschen getestet. Rund
90 Prozent der Kosmetika, die neu auf den Markt kommen, bestehen
nur aus einer anderen Zusammensetzung dieser bekannten Inhaltsstoffe.
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