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- 15.01.03 -

 

 

 

 

 


 

Tierversuche für Kosmetika: Ab 2009 in der EU völlig verboten

Von 2009 an wird es in der EU keinerlei Tierversuche mehr für Kosmetika geben.

Straßburg (dpa) - Das beschlossen die Abgeordneten des Europäischen Parlaments am Dienstag in dritter und abschließender Lesung zur Novelle der Kosmetik-Richtlinie. Auch dürfen vom Jahr 2009 an keine Kosmetikprodukte wie Lippenstifte und Haarschampoos in der EU mehr verkauft werden, wenn sie an Tieren getestet wurden. In Kosmetika dürfen ferner keine gesundheitsgefährdende Stoffe mehr enthalten sein. Das Verbot gilt für neu auf den Markt gebrachte Produkte sowie deren einzelne Inhaltsstoffe.

Die Richtlinie sieht bereits von Mitte 2004 an ein Test- und Vermarktungsverbot für Kosmetika vor, bei denen es alternative Testverfahren gibt. Drei Testverfahren, die noch nicht ersetzt werden können, darf die Industrie allerdings noch bis 2013 anwenden. Zwei Jahre vorher kann diese Ausnahmeregelung mit Zustimmung des Europaparlaments jedoch verlängert werden, wenn sich keine alternativen Testmethoden abzeichnen.

Die Hersteller müssen ferner ein Mindesthaltbarkeitsdatum für ihre Kosmetika auf der Verpackung angeben. Ein Symbol in Form eines offenen Cremetopfes soll angeben, wie lange das Produkt nach dem Öffnen noch ohne Schaden für die Gesundheit verwendet werden kann. Allergieauslösende Stoffe müssen auf dem Etikett angegeben werden, wenn sie einen bestimmten Wert überschreiten. Verboten sind ferner Stoffe in den Kosmetika, die Krebs erzeugend sind, das Erbgut verändern oder die Fortpflanzung schädigen.

Die Berichterstatterin Dagmar Roth-Behrendt (SPD) bezeichnete die Richtlinie als «guten Kompromiss». Die verbindlichen Fristen seien für die Industrie Anreiz, alternative Testmethoden zu entwickeln. Zehn Jahre habe das Tauziehen zwischen Europarlament, Kommission, Rat und Industrie gedauert, um ein Tierversuchsverbot durchzusetzen. Tierschützer kritisierten allerdings die ihrer Meinung viel zu langen Übergangsfristen.

Nach Angaben der Kommission werden in der EU mindestens 40.000 Kaninchen, Hamster, Meerschweinchen, Ratten, Mäuse und Affen für Kosmetikversuche getötet. Bei den Tests werden unter anderem ätzende Substanzen in die Augen von Kaninchen geträufelt oder in die geschorene Haut von Meerschweinchen gerieben.

Insgesamt werden in der EU nach Angaben von Roth-Behrendt rund 8400 Kosmetik-Inhaltsstoffe auf ihre Ungefährlichkeit für den Menschen getestet. Rund 90 Prozent der Kosmetika, die neu auf den Markt kommen, bestehen nur aus einer anderen Zusammensetzung dieser bekannten Inhaltsstoffe.

 

 Mehr Informationen:

Europäisches Parlament

Bundesverband der Tierversuchsgegner / Menschen für Tierrechte

Vier Pfoten: Versuchstiere

Homepage von Dagmar Roth-Behrendt

vista verde: Tierschutz

 

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