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Ameisen: Harz hält Nester duftig
frisch
Mit einem ebenso schlichten
wie effektiven Desinfektionsmittel halten Waldameisen ihre Bauten
rein, sind Schweizer Ökologen überzeugt.
(jkm) - Die Insekten sammeln kleine
Harzstückchen auf und verbauen sie in ihren Nestern. Auf
diese Weise werden Pilze und Bakterien ferngehalten, berichten
die Forscher im Fachblatt "Ecology Letters".
Ein einziger Bau der Gebirgswaldameise
Formica paralugubris kann bis zu 20 Kilogramm ausgehärteten
Nadelbaumharzes enthalten, fanden Philippe Christe von der Universität
Lausanne und seine Kollegen. Das Harz enthält antibiotisch
wirksame Substanzen. Durch experimentelle Beeinflussung der Bausubstanz
konnten die Forscher zeigen, dass diese Eigenschaften auch im
Ameisennest ihre Wirkung entfalten.
Wurden die Nester ohne Harz-Beigaben
errichtet, enthielten sie deutlich höhere Zahlen pathogener
Bakterien und sogar die dreifache Menge an Pilzen. "Eine
solche kollektive Medikation könnte ökologische Vorteile
mit sich bringen", schreiben Christe und sein Team. "Dies
könnte ein bislang unerkanntes Merkmal von großen,
komplexen und erfolgreichen Gemeinschaften sein."
Ameisen sind nicht die einzigen
Tiere, die Vorteile aus pflanzlichen Abwehrstoffen ziehen. Erst
kürzlich hatten französische Forscher entdeckt, dass
Blaumeisen auf Korsika ihre Nester mit duftenden Kräutern
wie Lavendel oder Minze ausschmücken und regelmäßig
für frischen Nachschub sorgen.
Auch Bienen sammeln kleine Harzbrocken
und bauen sie in ihre Waben ein. Möglicherweise dient dieses
Verhalten ebenfalls der Abwehr von Schädlingen.
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