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Seltener Haus- und Hofhund:
Spitz ist vom Aussterben bedroht
Spitz und Pinscher wurden
zu den «Gefährdeten Nutztierrassen 2003» gekürt.
Damit soll auf den dramatischen Rückgang dieser noch vor
wenigen Jahrzehnten weit verbreiteten Haus- und Hofhunde aufmerksam
gemacht werden.
Berlin/Witzenhausen (dpa) - Den
Haus- und Hofhund Spitz wird es in seiner ursprünglichen
Art womöglich bald nicht mehr geben. Nur noch elf zuchtfähige
Hunde der Rasse Großspitz, die umgangssprachlich Spitz heißt,
hat die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter
Haustierrassen (GEH) in Deutschland registriert, wie der Berliner
«Tagesspiegel» am Montag berichtete. Auch im Ausland
gebe es höchstens noch einzelne Exemplare des einst weit
verbreiteten Hofhunds, sagte die Geschäftsführerin der
GEH, Antje Feldmann, im hessischen Witzenhausen der dpa.
Bei den elf deutschen Tieren
handele es sich um weiße und schwarze Hunde. Die braunen
Großspitze gälten als so gut wie ausgestorben, da es
von ihnen nur noch wenige, nicht mehr fortpflanzungsfähige
Tiere gebe. Bedroht seien auch die etwas kleineren Mittelspitze,
die seit etwa 40 bis 50 Jahren als eigene Art anerkannt sind.
Gefährdet sieht die GEH zudem den ebenfalls als Haus- und
Hofhund bekannten Pinscher. Von ihm gebe es bundesweit noch 40
bis 50 zuchtfähige Hündinnen und etwa 30 zuchtfähige
Rüden.
Beim Kauf eines Hundes seien
häufig Modeaspekte ausschlaggebend - in den vergangenen Jahren
sei beispielsweise der Golden Retriever beliebt gewesen, erläuterte
Feldmann. Nachteilig habe sich für den Spitz ausgewirkt,
dass er als Bauernhund bekannt gewesen sei, der auf dem Hof Ratten
jage: «Mit einem Spitz konnte der Städter nicht so
viel Eindruck schinden.» Außerdem habe das Tier einen
eigenen Willen, was bedeute, dass der Halter seinem Spitz mehr
Zeit widmen müsse.
Das Aussterben der Spitze kann
Feldmann zufolge nur abgewendet werden, wenn sich wieder Abnehmer
für Großspitz-Welpen finden. Nur dann sei der Zuchtaufwand
mit den verbliebenen Tieren Erfolg versprechend: «Einen
Wurf Welpen zu produzieren, die keiner haben will, macht keinen
Sinn.»
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