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- 18.12.2002 -

 

 

 

 

 


 

Marienkäfer: Die Kehrseite des süßen Lebens

Süßer Genuss mit Folgen: Ihren Appetit auf Blattläuse bezahlen manche Marienkäfer - indirekt - mit der Übertragung von Parasiten.

(jkm) - Einige Marienkäfer bevorzugen die Nähe von Ameisen, um sich an deren Blattlaus-Herden gütlich zu tun. Ein deutsch-englisches Forscherduo hat jetzt entdeckt, dass der Nahrungsreichtum auch seine Nachteile hat: Indem er den Käfern zu einer längeren Fortpflanzungssaison verhilft, macht er sie anfällig für einen bei der Kopulation übertragenen Parasiten.

Marienkäfer leiden unter mehreren sexuell übertragenen Parasiten, beispielsweise Milben der Gattung Coccipolipus. "Im Allgemeinen treten Coccipolipus-Milben nur in den Tropen und im Süden und Osten Europas auf", erläutert John Sloggett von der Universität Bayreuth. In nördlichen Gefilden sei die Fortpflanzungsperiode der Käfer zu kurz, als dass eine Weitergabe der Parasiten an die nächste Generation erfolgen könne. Dieses Schema trifft jedoch nicht immer zu, fanden Sloggett und sein Kollege Gregory Hurst vom University College London.

Die Forscher entdeckten, dass Coccinella magnifica, eine seltene Verwandte des wohlbekannten Siebenpunktes, auch in Großbritannien von der Milbe befallen wird. "Ich habe eine ganze Reihe weiterer Marienkäferarten auf Coccipolipus-Milben untersucht, jedoch ohne Erfolg", so Sloggett. "Anscheinend gibt es etwas Ungewöhnliches an Coccinella magnifica, dass sie von anderen britischen Marienkäfern unterscheidet."

Des Rätsels Lösung liegt in regelrechten Herden von Blattläusen, die von roten Waldameisen gepflegt und gegen jegliche Art von Räubern geschützt werden - außer gegen Coccinella magnifica. Aufgrund dieses reichen Nahrungsangebots ist die Fortpflanzungssaison der Art mit 12 Wochen fast doppelt so lang wie bei den übrigen britischen Marienkäfern, berichten die Forscher auf dem Jahrestreffen der British Ecological Society in York. Daher erreichten einige Nachkommen noch vor dem Ende der Fortpflanzungssaison die Geschlechtsreife, paarten sich mit Individuen der Elterngeneration, und sorgten so für die Weitergabe der parasitischen Milbe.

"Diese Studie zeigt die potenziellen Kosten des Zusammenlebens mit Ameisen auf", erläutert Sloggett. "Es gibt viele weitere Insekten, die auf ein Leben mit Ameisen spezialisiert sind: Möglicherweise beherbergen einige von ihnen ebenfalls Krankheiten, die speziell mit dieser Art der Lebensführung in Zusammenhang stehen."

 


© ArtToday

Marienkäfer

 Mehr Informationen:

British Ecological Society

Aus dem Leben des Siebenpunkts

 

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