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- 11.12.2002 -

 

 

 

 


 

Umweltverbände:

Waldschäden bedrohen Trinkwasserqualität

Die alarmierenden Waldschäden bedrohen nach Aussage von Umweltverbänden inzwischen die Trinkwasserqualität in Deutschland.

Berlin (dpa) - Der Säuregehalt in den Waldböden habe sich in den vergangenen 50 Jahren verhundertfacht, warnten die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und der Deutsche Naturschutzring (DNR) am Mittwoch in Berlin. «Die Feinwurzeln der Bäume sterben ab, und der Wald kann keine Schadstoffe mehr aus dem Wasser herausfiltern.»

Die deutschen Wälder seien trotz marginaler Verbesserungen in einem Besorgnis erregenden Zustand, berichteten die Verbände unter Berufung auf Waldzustandsberichte aus den meisten Flächenländern. Im Schnitt habe der Anteil der Bäume ohne Schäden von 36 auf 39 Prozent zugenommen. Der Anteil der Bäume mit deutlichen Schäden sei von 22 auf 19 Prozent etwas zurückgegangen, bei 42 Prozent gebe es leichte Schäden. Die Tanne sei inzwischen der am meisten geschädigte Waldbaum Deutschlands. Auch Eiche und Buche seien stark betroffen.

Die Schäden hätten sich «auf hohem Niveau stabilisiert», sagte SDW-Geschäftsführer Bernd Krebs. «Zusammengefasst ist das Öko-System Wald krank.» Er warnte: «Irgendwann wird der Waldboden umkippen - mit dramatischen Folgen.» Dann sei die Trinkwasserqualität und -menge «latent bedroht».

Hauptursache der Waldschäden sei die Luftverschmutzung. Der DNR forderte eine jährliche Anhebung der Mineralölsteuer um 15 Cent und mehr Anstrengungen der Bundesregierung beim Klimaschutz.

Der Wald im Süden Deutschlands ist laut SDW stärker geschädigt als im Norden. In Bayern nahm der Anteil der gesunden Bäume am Waldbestand um 5 Prozentpunkte ab. Nur noch 29 Prozent der Bäume im Freistaat sind damit ohne Schäden. In Niedersachsen sind das immerhin 57 Prozent (plus 1 Prozentpunkt).

 

 Mehr Informationen:

SDW

DNR

vista verde: Wald

 

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