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Indonesien: Palmöl-Plantagen
verdrängen letzten Regenwald
Plantagen mit Ölpalmen
verdrängen nach Erkenntnissen der Umweltstiftung WWF den
letzten tropischen Regenwald in Indonesien.
Frankfurt/Main (dpa) - «Wenn
die Zerstörung des Regenwaldes nicht gestoppt wird, haben
wir die Heimat der letzten Tiger und Elefanten auf Sumatra bis
spätestens 2005 in unseren Fritteusen verbraten», sagte
WWF-Tropenwaldexperte Markus Radday am Mittwoch in Frankfurt am
Main bei der Vorstellung einer neuen Studie zum weltweiten Palmöl-Verbrauch.
Weder die Industrie noch die Banken kümmerten sich um die
Folgen des rasant wachsenden Ölpalmen-Anbaus in Indonesien.
Das vielseitige Öl wird
aus den etwa walnussgroßen Früchten der Ölpalme
gewonnen. Es wird unter anderem zu Bratfett verarbeitet und ist
in vielen Lebensmitteln, Waschmitteln und Kosmetika enthalten.
Die WWF-Experten präsentierten eine ganze Palette von Palmöl-haltigen
Waren, die in jedem Supermarkt zu haben sind: vom Lippenstift
über Schokolade und Margarine bis zu Fertigpizza und Waschpulver.
Für den wachsenden Weltbedarf
- nach Angaben von WWF stieg der Verbrauch von 1997 bis 2001 um
34 Prozent auf 23,6 Millionen Tonnen - werden riesige Plantagen
angelegt. In Indonesien, das am Weltmarkt für Palmöl
einen Anteil von etwa einem Drittel hat, sei die Fläche dafür
von 600.000 Hektar 1985 auf 3 Millionen Hektar im vergangenen
Jahr gewachsen, sagte Wolfgang Richert, einer der Autoren der
Studie.
Die Einrichtung der Plantagen
laufe immer nach dem selben Muster ab: Zuerst werde das wertvolle
Holz für den internationalen Markt aus dem Wald geschlagen,
danach das restliche Holz entfernt. Obwohl Brandrodung in Indonesien
verboten ist, komme es immer wieder dazu. Auf den frei gewordenen
Flächen werden Ölpalmen gepflanzt, die etwa 25 Jahre
lang Erträge bringen. Was danach geschieht, sei noch völlig
unbekannt, sagte Radday. Regenwald jedenfalls werde nicht mehr
auf dem Land wachsen. Wo er einmal zerstört wurde, sei er
unwiederbringlich verloren.
Mit der Vernichtung des indonesischen
Regenwaldes wird nach Einschätzung der WWF-Experten eine
einzigartige Natur zerstört. Zum Aussterben verurteilt seien
unter anderem Sumatra-Elefanten und Sumatra-Tiger, wenn ihnen
ihr Lebensraum genommen werde.
An Industrie und Banken appelliert
WWF, von Palmöl-Lieferanten Herkunftsnachweise zu verlangen
und nur solches Öl zu kaufen oder nur solche Plantagen zu
finanzieren, für die kein Regenwald zerstört wurde.
Beispielhaft sei die Schweizer Handelskette Migros, die sich verpflichtet
habe, ihr Palmöl ausschließlich aus umweltfreundlichen
Quellen zu beziehen.
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