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- 11.12.2002 -

 

 

 

 

 


 

Indonesien: Palmöl-Plantagen verdrängen letzten Regenwald

Plantagen mit Ölpalmen verdrängen nach Erkenntnissen der Umweltstiftung WWF den letzten tropischen Regenwald in Indonesien.

Frankfurt/Main (dpa) - «Wenn die Zerstörung des Regenwaldes nicht gestoppt wird, haben wir die Heimat der letzten Tiger und Elefanten auf Sumatra bis spätestens 2005 in unseren Fritteusen verbraten», sagte WWF-Tropenwaldexperte Markus Radday am Mittwoch in Frankfurt am Main bei der Vorstellung einer neuen Studie zum weltweiten Palmöl-Verbrauch. Weder die Industrie noch die Banken kümmerten sich um die Folgen des rasant wachsenden Ölpalmen-Anbaus in Indonesien.

Das vielseitige Öl wird aus den etwa walnussgroßen Früchten der Ölpalme gewonnen. Es wird unter anderem zu Bratfett verarbeitet und ist in vielen Lebensmitteln, Waschmitteln und Kosmetika enthalten. Die WWF-Experten präsentierten eine ganze Palette von Palmöl-haltigen Waren, die in jedem Supermarkt zu haben sind: vom Lippenstift über Schokolade und Margarine bis zu Fertigpizza und Waschpulver.

Für den wachsenden Weltbedarf - nach Angaben von WWF stieg der Verbrauch von 1997 bis 2001 um 34 Prozent auf 23,6 Millionen Tonnen - werden riesige Plantagen angelegt. In Indonesien, das am Weltmarkt für Palmöl einen Anteil von etwa einem Drittel hat, sei die Fläche dafür von 600.000 Hektar 1985 auf 3 Millionen Hektar im vergangenen Jahr gewachsen, sagte Wolfgang Richert, einer der Autoren der Studie.

Die Einrichtung der Plantagen laufe immer nach dem selben Muster ab: Zuerst werde das wertvolle Holz für den internationalen Markt aus dem Wald geschlagen, danach das restliche Holz entfernt. Obwohl Brandrodung in Indonesien verboten ist, komme es immer wieder dazu. Auf den frei gewordenen Flächen werden Ölpalmen gepflanzt, die etwa 25 Jahre lang Erträge bringen. Was danach geschieht, sei noch völlig unbekannt, sagte Radday. Regenwald jedenfalls werde nicht mehr auf dem Land wachsen. Wo er einmal zerstört wurde, sei er unwiederbringlich verloren.

Mit der Vernichtung des indonesischen Regenwaldes wird nach Einschätzung der WWF-Experten eine einzigartige Natur zerstört. Zum Aussterben verurteilt seien unter anderem Sumatra-Elefanten und Sumatra-Tiger, wenn ihnen ihr Lebensraum genommen werde.

An Industrie und Banken appelliert WWF, von Palmöl-Lieferanten Herkunftsnachweise zu verlangen und nur solches Öl zu kaufen oder nur solche Plantagen zu finanzieren, für die kein Regenwald zerstört wurde. Beispielhaft sei die Schweizer Handelskette Migros, die sich verpflichtet habe, ihr Palmöl ausschließlich aus umweltfreundlichen Quellen zu beziehen.

 


© WWF Canon / M. Terrettaz

Orang Utan: Mit der Vernichtung des indonesischen Regenwaldes wird auch sein Lebensraum zerstört.

 Mehr Informationen:

WWF: Die Studie (pdf)

Migros

DSE/LIS: Indonesien

 

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