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- 10.12.2002 -

 

 

 

 


 

WWF: Überfischung verursacht hohen wirtschaftlichen Schaden

Die Überfischung der Meere verursacht weltweit auch hohe wirtschaftliche Verluste, berichtet die Umweltstiftung WWF in einer neuen Studie zum Fischfang.

Hamburg (dpa) - Weltweit ziehen Fischer jährlich 20 Millionen Tonnen unerwünschten Beifang aus dem Meer. Das teilte die Umweltstiftung WWF am Dienstag in Hamburg mit. Diese zusätzlich zu den 85 Millionen Tonnen Speisefisch gefangenen Meeressäuger, Seevögel und Fische werden meist tot oder sterbend über Bord geworfen.

Die Überfischung der Meere verursache weltweit auch hohe wirtschaftliche Verluste, berichtete die Umweltstiftung, die in Hamburg eine neue Studie zum Fischfang vorstellte. «Jährlich sterben Millionen Tonnen Fische als Beifang, bevor sie laichfähig sind. Das führt dazu, dass sie keine Nachkommen haben, die Fischbestände schrumpfen und die Fischer immer weniger fangen können», kritisierte WWF-Fischereireferentin Heike Vesper.

Weltweit seien 60 Prozent der Speisefischbestände überfischt, in europäischen Gewässern sogar 70 Prozent, sagte Vesper. Dadurch entstünden wirtschaftliche Verluste in Milliardenhöhe. «Die Dezimierung der Kabeljau- und Dorschbestände in Nord- und Ostsee hat die Fischerei allein im Jahr 2001 rund 400 Millionen Euro gekostet.» WWF-Pressereferentin Gabriele Kranz ergänzte: «In den Netzen der europäischen Garnelenfischerei sterben jährlich Schollen im Wert von 18 Millionen Euro».

Ein Grund für die Dezimierung der Fischbestände sei die verfehlte Fischereipolitik in der EU. «Mit jährlich rund 1,4 Milliarden Euro wird die Expansion eines Sektors subventioniert, der sich durch Übernutzung seiner eigenen Grundlage beraubt», sagte Vesper.

Die Zuwendungen müssten so umgeschichtet werden, dass sie umweltgerechte Fischfangtechniken fördere. Die WWF forderte Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) auf, sich auf der EU-Fischereiratssitzung in der kommenden Woche in Brüssel dafür einzusetzen.

 


© WWF/Bernd Lammel

Heike Vesper, Referentin für Meeresfischerei des WWF, mit Stellnetzen.


 Mehr Informationen:

WWF: Die Studie (pdf)

EU-Kommission: Fischerei

vista verde: Fischerei

 

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