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- 06.12.2002 -

 

 

 

 


 

Meere: Müll hilft Einsiedlerkrebsen

Die Verschmutzung der Meere und Küsten ist weltweit ein Problem. Doch es gibt auch Arten, die sich im Müll häuslich einrichten.

(jkm) - Menschlicher Müll im Meer ist weltweit ein Problem. Größere Tiere werden stranguliert oder vergiftet, kleinere Tiere können auf ihm in fremde Lebensräume reisen und die Alteingesessenen gefährden. Doch für die Heerscharen der Einsiedlerkrebse können Plastikflaschen und Joghurtbecher ein neues Zuhause werden. Und das könnte auch bitter nötig werden, vermutet der Meeresforscher David Barnes vom British Antarctic Survey.

Die wachsende Weltbevölkerung drängt an die Küsten und gefährdet dort durch Landwirtschaft und Industrie die Schnecken und Muscheln, warnt Barnes im Fachblatt "Biologist". Die Krebse benötigen die leeren Gehäuse der Schalentiere jedoch, um ihren empfindlichen Hinterleib zu schützen. Fielen die verschiedenen Formen und Größen der Gehäuse weg, werde auch die Artenvielfalt der Krebse schrumpfen.

Die Krebse müssten auf Bruchmuscheln zurückgreifen oder verstärkt fossilierte Muscheln ausgraben. Doch am einfachsten wäre es für die Einsiedlerkrebse, Flaschenhälse oder andere passende Stücke aus dem menschlichen Müll zu nutzen. An Hunger zumindest dürften die Nachfahren der heutigen Scherentiere nicht leiden. Die zunehmenden Abfälle und Exkremente der Städte werden die Aasfresser ernähren können.

Auch eine langfristige Besiedlung der bisher krebsfreien Antarktis hält der Forscher für möglich. Sollten die Vorraussagen einiger Klimamodelle eintreffen, dass in den nächsten hundert Jahren das Oberflächenwasser eine Minimaltemperatur von 0 Grad Celsius erreicht, so könnten die Krebse dort überleben. Der Forschern hat in den polaren Gewässern in diesem Jahr schon schwimmenden Plastikmüll gesichtet.

 


© ArtToday

Einsiedlerkrebse benötigen die leeren Gehäuse von Schnecken und Muscheln, um ihren empfindlichen Hinterleib zu schützen.

 Mehr Informationen:

British Antarctic Survey

vista verde: Meere und Ozeane

 

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