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Meere: Müll hilft Einsiedlerkrebsen
Die Verschmutzung der Meere
und Küsten ist weltweit ein Problem. Doch es gibt auch Arten,
die sich im Müll häuslich einrichten.
(jkm) - Menschlicher Müll
im Meer ist weltweit ein Problem. Größere Tiere werden
stranguliert oder vergiftet, kleinere Tiere können auf ihm
in fremde Lebensräume reisen und die Alteingesessenen gefährden.
Doch für die Heerscharen der Einsiedlerkrebse können
Plastikflaschen und Joghurtbecher ein neues Zuhause werden. Und
das könnte auch bitter nötig werden, vermutet der Meeresforscher
David Barnes vom British Antarctic Survey.
Die wachsende Weltbevölkerung
drängt an die Küsten und gefährdet dort durch Landwirtschaft
und Industrie die Schnecken und Muscheln, warnt Barnes im Fachblatt
"Biologist". Die Krebse benötigen die leeren Gehäuse
der Schalentiere jedoch, um ihren empfindlichen Hinterleib zu
schützen. Fielen die verschiedenen Formen und Größen
der Gehäuse weg, werde auch die Artenvielfalt der Krebse
schrumpfen.
Die Krebse müssten auf Bruchmuscheln
zurückgreifen oder verstärkt fossilierte Muscheln ausgraben.
Doch am einfachsten wäre es für die Einsiedlerkrebse,
Flaschenhälse oder andere passende Stücke aus dem menschlichen
Müll zu nutzen. An Hunger zumindest dürften die Nachfahren
der heutigen Scherentiere nicht leiden. Die zunehmenden Abfälle
und Exkremente der Städte werden die Aasfresser ernähren
können.
Auch eine langfristige Besiedlung
der bisher krebsfreien Antarktis hält der Forscher für
möglich. Sollten die Vorraussagen einiger Klimamodelle eintreffen,
dass in den nächsten hundert Jahren das Oberflächenwasser
eine Minimaltemperatur von 0 Grad Celsius erreicht, so könnten
die Krebse dort überleben. Der Forschern hat in den polaren
Gewässern in diesem Jahr schon schwimmenden Plastikmüll
gesichtet.
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