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- 29.11.2002 -

 

 

 


 

Pelzhandel:

Mit Enzymen nach illegalen Fellen suchen

Eine neue Analysetechnik kann innerhalb weniger Stunden einem Fell eine Tierart zuordnen und könnte so helfen, den illegalen Handel mit bedrohten Arten zu unterbinden.

(jkm) - Die Felle vom Aussterben bedrohter Tiere dürfen nicht gehandelt werden. Zollbeamte sind aber oftmals überfordert, wenn sie beurteilen sollen, ob ein Händler wirklich nur legale Ware importiert. Geschützte Arten wie Ozelot, Tiger oder Pelzrobbe kann nur der Fachmann erkennen.

Jetzt verspricht eine neue Analysetechnik Abhilfe, die der Biochemiker Klaus Hollemeyer von der Universität des Saarlandes entwickelt hat. Damit kann im Verdachtsfall innerhalb von nur zwei Stunden nachgewiesen werden, welcher Tierart ein Fell zuzuordnen ist.

Mit Hollemeyers Verfahren lassen sich die Aminosäuren in den Haaren einer Fellprobe analysieren. Weil bei jeder Tierart das Verhältnis der Säuren zueinander anders ausfällt, lässt sich ein eindeutiger "Fingerabdruck" des Felles bestimmen.

Dazu wird die Fellprobe zwei Stunden lang dem Verdauungsenzym Trypsin ausgesetzt, das Proteine in Bruchstücken aus den Haaren löst. Die Verteilung der Proteine muss dann unter dem Massenspektrometer begutachtet werden.

Weil die einzelnen Proteine bei jeder Tierart in ganz bestimmten Mengen auftreten, lässt sich jede Fellprobe einer eindeutigen Art zuordnen. Dies dauere gerade einmal 80 Sekunden, berichtet der "New Scientist".

Hollemeyer hofft, die Bedienung des Massenspektrometers vereinfachen und das Verfahren automatisieren zu können. Ganze Schiffsladungen voller Felle lassen sich dann möglicherweise routinemäßig kontrollieren. Auch Vogelfedern, Hautschuppen von Amphibien oder Hörner und Hufe diverser Säugetiere könnten mit der Technik analysiert werden.

 


© ArtToday

Ozelot: Die Felle geschützter Arten kann nur der Fachmann erkennen.

 Mehr Informationen:

NewScientist

Universität des Saarlandes: Technische Biochemie

 

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