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Einsamer Wolf: Neue Gene retten Rudel
Schwedens Wölfe verdanken
ihre Existenz vermutlich einem einzelnen, aus Finnland zugewanderten
Männchen, haben schwedische Biologen entdeckt.
(jkm) - Anfang der 90er-Jahre
litt die auf ein einziges Wolfspaar zurückgehende Population
demnach unter starken Inzuchteffekten. Erst ein zugewandertes
Tier erhöhte die genetische Vielfalt und bewahrte die Population
vor dem Untergang, berichten die Forscher in den "Proceedings
of the Royal Society".
Bis in die 70er-Jahre galt der
Wolf (Canis lupus) in Schweden als ausgestorben. Zwar wurden gelegentlich
einzelne Tiere gesichtet, das erste Paar fand jedoch erst im Winter
1983 zusammen und wurde im nächsten Frühling mit sechs
Jungtieren beobachtet. Heute leben in Schweden über 100 Wölfe
in zehn Rudeln.
Möglich wurde diese Erholung
nur durch die Gene eines weiteren Männchens, glauben Hans
Ellegren und seine Kollegen von Universität Uppsala. Die
Biologen analysierten Blut, Haar und Kot der Tiere und rekonstruierten
anhand der darin enthaltenen DNA die Geschichte der schwedischen
Wölfe.
Mangels Alternativen mussten sich
das Gründerpaar und seine Nachkommen immer wieder untereinander
paaren. Schwere Inzuchteffekt wie eine erhöhte Anfälligkeit
für Parasiten und Krankheiten waren die Folge, so dass die
kleine Gruppe schließlich vor dem Aussterben stand. Die
Rettung kam in Gestalt eines Wolfsmännchens, das vermutlich
aus einer 900 Kilometer weit entfernten finnischen Population
stammte und im Jahr 1991 in Schweden auftauchte.
Ab diesem Zeitpunkt wurden Wölfe
mit völlig neuen genetischen Varianten geboren, zeigen die
Untersuchungen der Forscher. Als Resultat der erhöhten genetischen
Vielfalt stieg die Zahl der Wölfe in der Folge exponentiell
an. "Diese Wolfspopulation zeigt uns, dass auch seltene Wanderungsbewegungen
zur Erholung isolierter und gefährdeter Populationen führen
können", schreiben Ellegren und sein Team.
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