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- 14.11.2002 -

 

 

 

 


 

Seehunde: Nicht jeder Orca ist ein Killerwal

An der nordamerikanischen Pazifikküste lebende Seehunde können harmlose und gefährliche Schwertwale an deren Gesangsdialekten unterscheiden.

(jkm) - Die Tiere sind an den Gesang ortsansässiger Walpopulationen gewöhnt, denen der Sinn nach Fisch steht. Gesänge fremder Schwertwale oder Orcas, die möglicherweise auf kleine Meeressäuger aus sind, versetzen die Tiere dagegen in Alarmzustand. Das berichten britische und kanadische Meeresbiologen im Fachmagazin "Nature".

"Dies zeigt, dass Seehunde zur komplexen akustischen Unterscheidung fähig sind und dass sie ihr Räuber-Bild durch selektive Gewöhnung an die Gesänge harmloser Schwertwale modifizieren", schreiben Volker Deecke von der University of St. Andrews, Schottland, und seine Kollegen.

Im nordöstlichen Pazifik finden sich zwei Typen von Schwertwalen (Orcinus orca), die sich unter anderem durch Zahl und Art ihrer Gesänge und Ortungsgeräusche unterscheiden. Die einen streifen die Küste von Kalifornien bis Alaska entlang und machen Jagd auf kleine Meeressäuger, beispielsweise Seehunde (Phoca vitulina). Andere bilden lokale Gruppen, die es auf Fische abgesehen haben und sich zur Zeit der Lachswanderung oft wochenlang in einem kleinen Gebiet aufhalten. Für Seehunde stellen sie keine Gefahr dar.

Offenbar haben sich Seehunde an einem bestimmten Küstenabschnitt an "ihre" harmlosen Walnachbarn gewöhnt, fanden Deecke und seine Kollegen. Wenn sie den Tieren Gesänge von umtriebigen und damit gefährlichen Walen vorspielten, gingen die Seehunde auf Tauchstation, um ein weniger gutes Ziel abzugeben. Auf Gesänge der lokalen Walpopulation reagierten sie deutlich weniger stark. Gesänge von fremden, ortsansässigen Walen lösten wiederum die Alarmreaktion aus.

Nach Ansicht der Forscher haben die Seehunde anfangs ein sehr allgemeines Bild vom Schwertwal als Fressfeind, das mit der Zeit verfeinert wird. Zunächst gebe es daher zwar häufige Fehlalarme, die Gewöhnung an harmlose Nachbarn erfordere jedoch keinen Kontakt mit den Räubern. "Der Verlust des Lebens ist eine weitaus höhere Strafe als eine verpasste Mahlzeit oder Paarungsgelegenheit."

 


© ArtToday

Seehunde können harmlose und gefährliche Schwertwale an deren Gesangsdialekten unterscheiden.

 Mehr Informationen:

nature science update

Orca Live

vista verde: Meeressäuger

 

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Schwertwale wiederholen sich gern

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