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- 14.11.2002 -

 

 

 

 


 

Elefantenschutz gegen Lohn:
Projekt in Tansania bekämpft Wilderei

Mit einem wirtschaftlich profitablen Wildprojekt, das die lokale Bevölkerung einbezieht, gelang es Naturschützern der dramatischen Wilderei im größten geschützten Wildpark Afrikas ein Ende zu setzen.

Von Antje Passenheim, dpa

Nairobi (dpa) - Beim Anblick der verendenden Elefantenkuh wussten die Bewohner des tansanischen Selou-Parks, dass ihre Mühe nicht umsonst war. Die zahnlose Dickhäuterin hatte sich zum Sterben in die Nähe eines Dorfes geschleppt. «Sie ist der Beweis dafür, dass Elefanten hier wieder an Altersschwäche sterben können», sagt der Wildschutzexperte der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), Rolf Baldus. Mit einem wirtschaftlich profitablen Wildprojekt, das die lokale Bevölkerung einbezieht, gelang es Naturschützern der dramatischen Wilderei im größten geschützten Wildpark Afrikas ein Ende zu setzen.

Vor 14 Jahren schlugen die Behörden des ostafrikanischen Landes Alarm: Von einst 100.000 Elefanten in dem südosttansanischen Park hatten gerade noch 30.000 die blutigen Attacken der Wilderer überlebt. Rund 5000 Tiere fielen der Gier nach Elfenbein in jeden Jahr zum Opfer. «Es hätte keine sechs Jahre gedauert, da wären sie alle tot gewesen», sagt Baldus. Auf Drängen der Regierung in Daressalam jedoch begann die Bundesregierung 1988 eines ihrer ersten Naturschutzprojekte in Afrika.

«Unser Ansatz war, der lokalen Bevölkerung zu zeigen, dass Wildlife nicht nur eine touristische, sondern auch eine wirtschaftliche Komponente hat und eine nachhaltig nutzbare Quelle sein kann», erklärt Baldus. Das Konzept ist einfach: «Die lokale Bevölkerung stellt Wildhüter, um die Tiere zu schützen - Im Gegenzug verdienen die Parkbewohner an den Tieren sowie an den Touristen.» Die kommen allerdings nicht nur zum Fotoschießen. «Rund 80 Prozent der Einnahmen kommen aus der kontrollierten Jagd, die in Tansania auch auf Elefanten erlaubt ist», erklärt der GTZ-Experte. Die Parkbewohner dürfen das Fleisch der abgeschossenen Tiere auf dem lokalen Markt verkaufen.

Ein Jahr vor Auslaufen des tansanisch verwalteten Projekts zieht Baldus eine positive Bilanz: «Mit 60.000 Elefanten lebt im Selou-Park inzwischen wieder die größte zusammenhängende Population des Kontinents, die weiter wächst», sagt er. Das Reservat stehe auf sicherem Fundament und könne den Schutz der Elefanten aus eigenen Mitteln bewältigen. «Zum ersten Mal seit 14 Jahren haben wir in diesem Jahr keinen einzigen gewilderten Elefanten registriert», freut sich der deutsche Wildschützer.

Das erfolgreiche Projekt zeige, dass internationale Vereinbarungen über Handel mit Elfenbein wie das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) ohne Zweifel wichtig seien - «Ohne die Einbeziehung der Probleme der lokalen Bauern kann es aber keinen nachhaltigen Elefantenschutz geben.» Wildereibekämpfung müsse auch die meist arme Bevölkerung berücksichtigen, die ihren Lebensraum mit den großen, oft sehr zerstörerischen Tieren teilt. «Der Elefant muss dabei ebenso geschützt werden wie der Bauer, dessen Feld er zertrampelt.»

 Mehr Informationen:

GTZ: Tansania

IZW Berlin: Selous-Niassa Projekt

vista verde special: Artenschutzkonferenz CITES

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