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Elefantenschutz gegen Lohn:
Projekt in Tansania bekämpft Wilderei
Mit einem wirtschaftlich profitablen
Wildprojekt, das die lokale Bevölkerung einbezieht, gelang
es Naturschützern der dramatischen Wilderei im größten
geschützten Wildpark Afrikas ein Ende zu setzen.
Von Antje Passenheim, dpa
Nairobi (dpa) - Beim Anblick
der verendenden Elefantenkuh wussten die Bewohner des tansanischen
Selou-Parks, dass ihre Mühe nicht umsonst war. Die zahnlose
Dickhäuterin hatte sich zum Sterben in die Nähe eines
Dorfes geschleppt. «Sie ist der Beweis dafür, dass
Elefanten hier wieder an Altersschwäche sterben können»,
sagt der Wildschutzexperte der Deutschen Gesellschaft für
Technische Zusammenarbeit (GTZ), Rolf Baldus. Mit einem wirtschaftlich
profitablen Wildprojekt, das die lokale Bevölkerung einbezieht,
gelang es Naturschützern der dramatischen Wilderei im größten
geschützten Wildpark Afrikas ein Ende zu setzen.
Vor 14 Jahren schlugen die Behörden
des ostafrikanischen Landes Alarm: Von einst 100.000 Elefanten
in dem südosttansanischen Park hatten gerade noch 30.000
die blutigen Attacken der Wilderer überlebt. Rund 5000 Tiere
fielen der Gier nach Elfenbein in jeden Jahr zum Opfer. «Es
hätte keine sechs Jahre gedauert, da wären sie alle
tot gewesen», sagt Baldus. Auf Drängen der Regierung
in Daressalam jedoch begann die Bundesregierung 1988 eines ihrer
ersten Naturschutzprojekte in Afrika.
«Unser Ansatz war, der
lokalen Bevölkerung zu zeigen, dass Wildlife nicht nur eine
touristische, sondern auch eine wirtschaftliche Komponente hat
und eine nachhaltig nutzbare Quelle sein kann», erklärt
Baldus. Das Konzept ist einfach: «Die lokale Bevölkerung
stellt Wildhüter, um die Tiere zu schützen - Im Gegenzug
verdienen die Parkbewohner an den Tieren sowie an den Touristen.»
Die kommen allerdings nicht nur zum Fotoschießen. «Rund
80 Prozent der Einnahmen kommen aus der kontrollierten Jagd, die
in Tansania auch auf Elefanten erlaubt ist», erklärt
der GTZ-Experte. Die Parkbewohner dürfen das Fleisch der
abgeschossenen Tiere auf dem lokalen Markt verkaufen.
Ein Jahr vor Auslaufen des tansanisch
verwalteten Projekts zieht Baldus eine positive Bilanz: «Mit
60.000 Elefanten lebt im Selou-Park inzwischen wieder die größte
zusammenhängende Population des Kontinents, die weiter wächst»,
sagt er. Das Reservat stehe auf sicherem Fundament und könne
den Schutz der Elefanten aus eigenen Mitteln bewältigen.
«Zum ersten Mal seit 14 Jahren haben wir in diesem Jahr
keinen einzigen gewilderten Elefanten registriert», freut
sich der deutsche Wildschützer.
Das erfolgreiche Projekt zeige,
dass internationale Vereinbarungen über Handel mit Elfenbein
wie das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) ohne Zweifel
wichtig seien - «Ohne die Einbeziehung der Probleme der
lokalen Bauern kann es aber keinen nachhaltigen Elefantenschutz
geben.» Wildereibekämpfung müsse auch die meist
arme Bevölkerung berücksichtigen, die ihren Lebensraum
mit den großen, oft sehr zerstörerischen Tieren teilt.
«Der Elefant muss dabei ebenso geschützt werden wie
der Bauer, dessen Feld er zertrampelt.»
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