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- 14.11.2002 -

 

 

 

 

 


 

CITES: Lockerung des Elfenbein-Handelsverbots - Schutz für Seepferdchen

Auf der Artenschutzkonferenz in Santiago de Chile sind wichtige Vorentscheidungen für einen begrenzten Handel mit Elfenbein gefallen. Seepferdchen sollen dagegen nach einer Vereinbarung in einer Fachgruppe künftig erstmals in größerem Umfang geschützt werden.

Santiago de Chile/Berlin (dpa) - Bundesumweltminister Jürgen Trittin bedauerte die absehbare Lockerung des Handelsverbotes für Elfenbein. Deutschland habe in den Verhandlungen vergeblich versucht, aus Gründen des vorsorgenden Artenschutzes die Entscheidung zu verhindern, erklärte Trittin am Mittwoch in Berlin. Die Bundesregierung habe aber auch in der Europäischen Union nicht die notwendige Unterstützung erhalten.

Sollte auch das Plenum der Konferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) Ende der Woche die Vorentscheidungen einer Fachgruppe bestätigen, dürften Namibia 10 Tonnen, Botswana 20 Tonnen und Südafrika 30 Tonnen des wertvollen Elfenbeins aus Lagerbeständen verkaufen. Jedes der drei Länder muss die ihm zugestandene Menge in einem Stück an ein Land verkaufen, dem das CITES-Sekretariat zustimmen muss.

Die EU, die in Santiago geschlossen abstimmen muss, hatte sich in den entscheidenden Abstimmungen der Stimme enthalten. Damit hatte sie nach Angaben des Umweltministeriums die Freigabe des Elfenbeins erst ermöglicht.

«Die Freigabe des Handels mit Rohelfenbein ist aus deutscher Sicht verfrüht», erklärte Trittin. «Es ist zu befürchten, dass hierdurch erneut ein Anreiz für illegalen Handel und Wilderei gesetzt wird.» Erste Erfahrungen mit einem derartigen Einmalverkauf lägen bereits vor und gäben Anlass zur Sorge. Seit dem ersten Einmalverkauf von Rohelfenbein aus Botswana, Namibia und Simbabwe nach Japan auf Grund von Beschlüssen aus dem Jahr 1997 sei ein Anstieg der Wilderei zu verzeichnen. Der Naturschutzbund NABU kritisierte die Entscheidung als «schwarzen Tag für die Elefanten».

Volker Homes von der Umweltschutzorganisation WWF betonte hingegen, nun komme es darauf an, wirksame Kontrollmechanismen aufzubauen. Dafür müssten vor allem die wohlhabenden Staaten mehr Geld bereitstellen. Es sei wichtig, dass der Dialog mit den afrikanischen Staaten über den Elefantenschutz nicht abgerissen sei. Sonst drohe eine Entwicklung wie beim Walschutz, wo die am Walfang interessierten Länder Entscheidungen der internationalen Gemeinschaft faktisch ignorieren würden.

Bevor die Genehmigung zum Elfenbeinhandel vom CITES-Sekretariat frühestens ab Mai 2004 in Kraft gesetzt werden kann, müssen die Schutz- und Überwachungsmechanismen zur Abwendung von Wilderei wirksam greifen. Dabei handelt es sich um die Beobachtungssysteme gegen Wilderei (Mike) und gegen Schmuggel (Etis).

Die Anträge Sambias und Simbabwes für eine teilweise Freigabe des Elfenbeinhandels wurden abgelehnt. Im Fall Sambias gilt der Elefantenbestand als instabil oder sogar rückläufig. Bei Simbabwe sei auch die als undemokratisch kritisierte Regierung von Präsident Robert Mugabe abgestraft worden, sagte ein Experte am Rande der Konferenz. Gerade im Bereich des Elefantenschutzes würden 80 Prozent der Entscheidungen nach politischen Gesichtspunkten gefällt und nur 20 Prozent nach wissenschaftlichen Kriterien.

Schutz für Seepferdchen - keine Gnade für Haie

Für Seepferdchen wurde dagegen auf der Konferenz ein weit reichender Schutz vereinbart. Mit einer erstaunlich deutlichen Mehrheit seien in einer Fachgruppe erstmals derartige Schutz- und Kontrollmechanismen für einen maritimen Fisch ins Auge gefasst worden, sagte WWF-Mitarbeiter Homes.

Sollte auch das Plenum der 12. Konferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) entsprechend entscheiden, würden die Seepferdchen in den Anhang II des Vertrages aufgenommen. Die Exportländer müssten dann versichern, dass die Tiere aus legalen Fängen stammen, die den Bestand der Population nicht gefährden. Der größere Teil der Tiere wird in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet.

Keinen Schutzstatus billigten die Delegierten der Konferenz in der Probeabstimmung dem Plankton fressenden Walhai - dem größten Fisch der Erde - und dem Riesenhai zu. Beide Anträge scheiterten jedoch nur knapp, so dass eine Abänderung durch das Plenum zum Ende der Konferenz am Donnerstag oder Freitag noch für möglich gehalten wurde.

 

   vista verde special: Artenschutzkonferenz CITES

vista verde special: Artenschutzkonferenz

 Mehr Informationen:

BMU: Artenschutz

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