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CITES: Lockerung des Elfenbein-Handelsverbots
- Schutz für Seepferdchen
Auf der Artenschutzkonferenz
in Santiago de Chile sind wichtige Vorentscheidungen für
einen begrenzten Handel mit Elfenbein gefallen. Seepferdchen sollen
dagegen nach einer Vereinbarung in einer Fachgruppe künftig
erstmals in größerem Umfang geschützt werden.
Santiago de Chile/Berlin (dpa)
- Bundesumweltminister Jürgen Trittin bedauerte die absehbare
Lockerung des Handelsverbotes für Elfenbein. Deutschland
habe in den Verhandlungen vergeblich versucht, aus Gründen
des vorsorgenden Artenschutzes die Entscheidung zu verhindern,
erklärte Trittin am Mittwoch in Berlin. Die Bundesregierung
habe aber auch in der Europäischen Union nicht die notwendige
Unterstützung erhalten.
Sollte auch das Plenum der Konferenz
des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) Ende der Woche die
Vorentscheidungen einer Fachgruppe bestätigen, dürften
Namibia 10 Tonnen, Botswana 20 Tonnen und Südafrika 30 Tonnen
des wertvollen Elfenbeins aus Lagerbeständen verkaufen. Jedes
der drei Länder muss die ihm zugestandene Menge in einem
Stück an ein Land verkaufen, dem das CITES-Sekretariat zustimmen
muss.
Die EU, die in Santiago geschlossen
abstimmen muss, hatte sich in den entscheidenden Abstimmungen
der Stimme enthalten. Damit hatte sie nach Angaben des Umweltministeriums
die Freigabe des Elfenbeins erst ermöglicht.
«Die Freigabe des Handels
mit Rohelfenbein ist aus deutscher Sicht verfrüht»,
erklärte Trittin. «Es ist zu befürchten, dass
hierdurch erneut ein Anreiz für illegalen Handel und Wilderei
gesetzt wird.» Erste Erfahrungen mit einem derartigen Einmalverkauf
lägen bereits vor und gäben Anlass zur Sorge. Seit dem
ersten Einmalverkauf von Rohelfenbein aus Botswana, Namibia und
Simbabwe nach Japan auf Grund von Beschlüssen aus dem Jahr
1997 sei ein Anstieg der Wilderei zu verzeichnen. Der Naturschutzbund
NABU kritisierte die Entscheidung als «schwarzen Tag für
die Elefanten».
Volker Homes von der Umweltschutzorganisation
WWF betonte hingegen, nun komme es darauf an, wirksame Kontrollmechanismen
aufzubauen. Dafür müssten vor allem die wohlhabenden
Staaten mehr Geld bereitstellen. Es sei wichtig, dass der Dialog
mit den afrikanischen Staaten über den Elefantenschutz nicht
abgerissen sei. Sonst drohe eine Entwicklung wie beim Walschutz,
wo die am Walfang interessierten Länder Entscheidungen der
internationalen Gemeinschaft faktisch ignorieren würden.
Bevor die Genehmigung zum Elfenbeinhandel
vom CITES-Sekretariat frühestens ab Mai 2004 in Kraft gesetzt
werden kann, müssen die Schutz- und Überwachungsmechanismen
zur Abwendung von Wilderei wirksam greifen. Dabei handelt es sich
um die Beobachtungssysteme gegen Wilderei (Mike) und gegen Schmuggel
(Etis).
Die Anträge Sambias und
Simbabwes für eine teilweise Freigabe des Elfenbeinhandels
wurden abgelehnt. Im Fall Sambias gilt der Elefantenbestand als
instabil oder sogar rückläufig. Bei Simbabwe sei auch
die als undemokratisch kritisierte Regierung von Präsident
Robert Mugabe abgestraft worden, sagte ein Experte am Rande der
Konferenz. Gerade im Bereich des Elefantenschutzes würden
80 Prozent der Entscheidungen nach politischen Gesichtspunkten
gefällt und nur 20 Prozent nach wissenschaftlichen Kriterien.
Schutz für Seepferdchen
- keine Gnade für Haie
Für Seepferdchen wurde dagegen
auf der Konferenz ein weit reichender Schutz vereinbart. Mit einer
erstaunlich deutlichen Mehrheit seien in einer Fachgruppe erstmals
derartige Schutz- und Kontrollmechanismen für einen maritimen
Fisch ins Auge gefasst worden, sagte WWF-Mitarbeiter Homes.
Sollte auch das Plenum der 12.
Konferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES) entsprechend
entscheiden, würden die Seepferdchen in den Anhang II des
Vertrages aufgenommen. Die Exportländer müssten dann
versichern, dass die Tiere aus legalen Fängen stammen, die
den Bestand der Population nicht gefährden. Der größere
Teil der Tiere wird in der traditionellen chinesischen Medizin
verwendet.
Keinen Schutzstatus billigten
die Delegierten der Konferenz in der Probeabstimmung dem Plankton
fressenden Walhai - dem größten Fisch der Erde - und
dem Riesenhai zu. Beide Anträge scheiterten jedoch nur knapp,
so dass eine Abänderung durch das Plenum zum Ende der Konferenz
am Donnerstag oder Freitag noch für möglich gehalten
wurde.
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CITES
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