vista verde - Portal für Umwelt und Natur - Werbung 

vista verde SucheNewsForumAktion

v i s t a   v e r d e   n e w s   -   N a t u r   &   T i e r e

News - Seite 1Politik
Natur und Tiere
Wissenschaft und Technik
Wirtschaft und Energie

- 09.11.2002 -

 

 

 

 

 


 

Ökologische Invasionen: Den Feind kennen

Eingeschleppte Arten verursachen hohe Kosten - sowohl in ökologischer als auch in ökonomischer Sicht. Ein neues Modell soll helfen, schädliche Eindringlinge rechtzeitig zu erkennen.

(jkm) - Ist eine Tier- oder Pflanzenart in einem neuen Lebensraum ansässig geworden, lässt sie sich kaum wieder entfernen. Mit einem neuen mathematischen Modell haben zwei amerikanische Biologen nun fünf europäische Fischarten ausgemacht, die eine besondere Gefahr für die nordamerikanischen Großen Seen darstellen. Durch entsprechende Gegenmaßnahmen könnten schwere ökologische und finanzielle Schäden verhindert werden, schreiben die Forscher im Magazin "Science".

"Die jüngste Geschichte zeigt, dass einige dieser Arten mit hoher Wahrscheinlichkeit in die Region der Großen Seen verschleppt werden", so Cynthia Kolar und David Lodge von der University of Notre Dame, Indiana. Dies könne verhindert werden, indem man die absichtliche Einfuhr für die Aquakultur oder als Zier- oder Köderfische unterbinde. Und die Gefahr eines unbeabsichtigten Einschleppens im Ballastwasser von Schiffen könne minimiert werden, indem man die Ballasttanks je nach Saison an unterschiedlichen Stellen oder aus unterschiedlichen Tiefen befülle.

Eingeschleppte Arten verursachen in den Vereinigten Staaten jährlich Kosten in Milliardenhöhe. Allein für die Bekämpfung des in die Großen Seen eingedrungenen Meerneunauges wenden die Vereinigten Staaten und Kanada pro Jahr 15 Millionen US-Dollar auf. Zwar wisse man seit langem, dass manche Arten besonders gute Invasoren seien, schreiben die Forscher. Bislang habe man jedoch quer über alle systematischen Gruppen nach entsprechenden Eigenschaften gesucht und nicht berücksichtigt, dass die Invasion vom Einschleppen über Vermehrung und Ausbreitung bis zum Verursachen der Schäden in mehreren Phasen ablaufe.

Kolar und Lodge entwickelten nun ein entsprechendes mathematisches Modell und testeten es am Beispiel von 45 in die Großen Seen verschleppten Fischarten. Von diesen Arten haben sich 24 zu Plagegeistern oder Schädlingen entwickelt, 21 konnten sich nicht etablieren. Indem das Modell die Eigenschaften der Arten mit den einzelnen Invasionsphasen verknüpfte, stufte es die Arten in rund 90 Prozent der Fälle korrekt als gefährlich oder ungefährlich ein, berichten die Biologen. Für jede Phase seien höchstens vier Eigenschaften wie Temperaturansprüche oder Vermehrungsrate der Art jeweiligen von Bedeutung gewesen.

Die Forscher wandten ihr Modell schließlich auf 66 Fischarten aus dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer an, um deren Gefährdungspotenzial für die Großen Seen zu ermitteln. Fünf dieser Arten - Elritze, Flussbarsch, Flussgrundel, ein Zahnkärpfling und ein Donauhering - würden sich nach einer Verschleppung in die Seen rasch zu einem Problem entwickeln, prognostizieren sie. Das Modell sei aber nicht auf Fische beschränkt. Auch andere Tier- oder Pflanzengruppen könnten nach dem gleichen Schema auf ihr Gefahrenpotenzial überprüft werden.

 

 Mehr Informationen:

NEOBIOTA - Arbeitsgemeinschaft biologische Invasionen

GISP - Global Invasive Species Programme

ENN: Invader fish disrupt native species in Great Lakes

vista verde: Invasive Arten

 

 Lesen Sie auch:

Neobiota: Exoten verursachen Kosten in Millionenhöhe

zurück zur vorherigen Seite    nach oben

News: Seite 1 | Politik | Natur | Wissenschaft| Wirtschaft
Rubriken: Home | Suche | News | Forum | Aktion
vista verde: Impressum | Hilfe | Werbung

 

© vista verde 2002
Alle Rechte vorbehalten
Jede Vervielfältigung - auch auszugsweise - bedarf der Genehmigung