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- 01.11.2002 -

 

 

 

 

 


 

Gefährdete Giganten:

Riesen- und Walhaie sollen geschützt werden

Jahrtausende lang hatten die größten Fische der Welt kaum Feinde. Dann lernte der Mensch die Flossen der bis zu 20 Meter langen Walhaie und der etwas kleineren Riesenhaie als Delikatesse schätzen.

Von Arnd Petry, dpa

Hamburg (dpa) - Heute sind die Bestände der Meeresgiganten weltweit bedroht. Anfang November steht daher ihr Schutz auf der Tagesordnung der 12. Konferenz des Washingtoner Artenschutzabkommens (WA) in Santiago de Chile.

Großbritannien, Indien und die Philippinen haben entsprechende Anträge formuliert. Ob es jedoch gelingt, ein Handelsverbot für Hai- Produkte auch gegen den Willen von Fischereinationen wie Norwegen und Japan durchzusetzen, bleibt fraglich. Beide haben entsprechende Vorstöße schon bei der vorangegangenen Konferenz scheitern lassen.

Vor allem in Asien gelten die Flossen von Haien als Delikatesse. Liebhaber bezahlen hohe Summen: Laut einer Studie der Umweltstiftung WWF kosteten Riesenhaiflossen im Jahr 1999 in Hongkong 114 Euro pro Kilo. Komplette Flossen bringen es auf bis zu 2300 Euro.

Mehr als die Flossen interessiert die Fischer an den Haien oft nicht: Den Rumpf der noch lebenden Tiere werfen sie meist einfach wieder ins Wasser. Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO werden weltweit etwa 100 Millionen Haie aller Arten jährlich hauptsächlich ihrer Flossen wegen gefangen.
 


Walhai: Jahrtausende lang hatte der größte Fisch der Welt kaum Feinde.


Langsame Reproduktionsrate

Wie viele Riesen- und Walhaie heute noch durch die Weltmeere ziehen, wissen Fischereiwissenschaftler dagegen nicht: «Walhaie sind selten und weltweit verbreitet», erläutert Artenschutzexperte Volker Homes vom World Wide Fund for Nature (WWF). Es sei schwierig, die Tiere zu zählen. Neue Zahlen sprächen aber eindeutig für eine Überfischung von Wal- und Riesenhaien. Die internationale Naturschutzorganisation IUCN hat beide Arten bereits in die Rote Liste für bedrohte Tierarten aufgenommen.

«Das Hauptproblem ist, dass Haie eine ganz andere Reproduktionsbiologie haben als Knochenfische», sagt der Hamburger Meeresbiologe Matthias Stehmann. Sie wachsen langsam, werden sehr spät geschlechtsreif und haben wenig Nachwuchs. Anders als Knochenfischarten wie Hering oder Dorsch sind Haie nicht in der Lage, Millionen Eier zu produzieren. «Wenn man den Fischereidruck auf Haie erhöht, hat das sehr schnell verheerende Konsequenzen», warnt Stehmann. Zahlen der FAO belegen, dass überfischte Riesenhaibestände extrem lange brauchen, sich zu erholen.

Die langsame Fortpflanzung war einer der Gründe, warum sich etliche Staaten schon einmal für den Schutz der Meeresgiganten ausgesprochen hatten: Bei der Artenschutzkonferenz in Kenia im Jahr 2000 bekamen die Anträge jedoch nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit. Die Gegner bezweifelten die Gefährdung beider Arten. Neue Zahlen dokumentieren nach Meinung von Haischützern mittlerweile aber die Bedrohtheit der Fische.

«Wir hoffen auf die Einsicht der Staaten», sagt WWF-Experte Homes. Die ist von Fischereinationen wie Japan oder Norwegen allerdings kaum zu erwarten. «Das ist eine Grundsatzfrage», erläutert der deutsche Konferenz-Delegationsleiter Gerhard Emonds. Die beiden Länder seien generell dagegen, kommerziell ausgebeutete Fischbestände unter die Zuständigkeit des Artenschutzabkommens zu stellen. Stattdessen wollten sie die Fischerei lieber unter dem Dach der FAO regeln, bei der Japaner Schlüsselpositionen bekleiden.

Die Gegner des Haischutzes haben ihren Widerstand gegen die Antragsteller organisiert: Wie bei den Tagungen der Internationalen Walfangkommission gebe es immer eine Reihe von «Vasallenstaaten», die sich von Japan die Stimme abkaufen ließen, meint Emonds. «Die Japaner geben dies inzwischen auch offen zu.»

 

   vista verde special: Artenschutzkonferenz CITES

vista verde special: Artenschutzkonferenz

 Mehr Informationen:

WWF: Wal- und Riesenhai (pdf)

TRAFFIC

Über Walhaie:
- Hai Stiftung
- Deutsche Elasmobranchier Gesellschaft
- Florida Museum of Natural History mit vielen Bildern

Über Riesenhaie:
- Hai Stiftung
- Deutsche Elasmobranchier Gesellschaft
- Florida Museum of Natural History mit vielen Bildern

vista verde: Haie

vista verde special: Artenschutzkonferenz CITES

 

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