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Gefährdete Giganten:
Riesen- und Walhaie sollen geschützt
werden
Jahrtausende lang hatten die
größten Fische der Welt kaum Feinde. Dann lernte der
Mensch die Flossen der bis zu 20 Meter langen Walhaie und der
etwas kleineren Riesenhaie als Delikatesse schätzen.
Von Arnd Petry, dpa
Hamburg (dpa) - Heute sind die
Bestände der Meeresgiganten weltweit bedroht. Anfang November
steht daher ihr Schutz auf der Tagesordnung der 12. Konferenz
des Washingtoner Artenschutzabkommens (WA) in Santiago de Chile.
Großbritannien, Indien
und die Philippinen haben entsprechende Anträge formuliert.
Ob es jedoch gelingt, ein Handelsverbot für Hai- Produkte
auch gegen den Willen von Fischereinationen wie Norwegen und Japan
durchzusetzen, bleibt fraglich. Beide haben entsprechende Vorstöße
schon bei der vorangegangenen Konferenz scheitern lassen.
Vor allem in Asien gelten die
Flossen von Haien als Delikatesse. Liebhaber bezahlen hohe Summen:
Laut einer Studie der Umweltstiftung WWF kosteten Riesenhaiflossen
im Jahr 1999 in Hongkong 114 Euro pro Kilo. Komplette Flossen
bringen es auf bis zu 2300 Euro.
Mehr als die Flossen interessiert
die Fischer an den Haien oft nicht: Den Rumpf der noch lebenden
Tiere werfen sie meist einfach wieder ins Wasser. Nach Angaben
der Welternährungsorganisation FAO werden weltweit etwa 100
Millionen Haie aller Arten jährlich hauptsächlich ihrer
Flossen wegen gefangen.
Walhai: Jahrtausende
lang hatte der größte Fisch der Welt kaum Feinde.
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Langsame Reproduktionsrate
Wie viele Riesen- und Walhaie
heute noch durch die Weltmeere ziehen, wissen Fischereiwissenschaftler
dagegen nicht: «Walhaie sind selten und weltweit verbreitet»,
erläutert Artenschutzexperte Volker Homes vom World Wide
Fund for Nature (WWF). Es sei schwierig, die Tiere zu zählen.
Neue Zahlen sprächen aber eindeutig für eine Überfischung
von Wal- und Riesenhaien. Die internationale Naturschutzorganisation
IUCN hat beide Arten bereits in die Rote Liste für bedrohte
Tierarten aufgenommen.
«Das Hauptproblem ist,
dass Haie eine ganz andere Reproduktionsbiologie haben als Knochenfische»,
sagt der Hamburger Meeresbiologe Matthias Stehmann. Sie wachsen
langsam, werden sehr spät geschlechtsreif und haben wenig
Nachwuchs. Anders als Knochenfischarten wie Hering oder Dorsch
sind Haie nicht in der Lage, Millionen Eier zu produzieren. «Wenn
man den Fischereidruck auf Haie erhöht, hat das sehr schnell
verheerende Konsequenzen», warnt Stehmann. Zahlen der FAO
belegen, dass überfischte Riesenhaibestände extrem lange
brauchen, sich zu erholen.
Die langsame Fortpflanzung war
einer der Gründe, warum sich etliche Staaten schon einmal
für den Schutz der Meeresgiganten ausgesprochen hatten: Bei
der Artenschutzkonferenz in Kenia im Jahr 2000 bekamen die Anträge
jedoch nicht die notwendige Zweidrittelmehrheit. Die Gegner bezweifelten
die Gefährdung beider Arten. Neue Zahlen dokumentieren nach
Meinung von Haischützern mittlerweile aber die Bedrohtheit
der Fische.
«Wir hoffen auf die Einsicht
der Staaten», sagt WWF-Experte Homes. Die ist von Fischereinationen
wie Japan oder Norwegen allerdings kaum zu erwarten. «Das
ist eine Grundsatzfrage», erläutert der deutsche Konferenz-Delegationsleiter
Gerhard Emonds. Die beiden Länder seien generell dagegen,
kommerziell ausgebeutete Fischbestände unter die Zuständigkeit
des Artenschutzabkommens zu stellen. Stattdessen wollten sie die
Fischerei lieber unter dem Dach der FAO regeln, bei der Japaner
Schlüsselpositionen bekleiden.
Die Gegner des Haischutzes haben
ihren Widerstand gegen die Antragsteller organisiert: Wie bei
den Tagungen der Internationalen Walfangkommission gebe es immer
eine Reihe von «Vasallenstaaten», die sich von Japan
die Stimme abkaufen ließen, meint Emonds. «Die Japaner
geben dies inzwischen auch offen zu.»
vista verde special: Artenschutzkonferenz
CITES
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