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Artenvielfalt: Mehr gefährdete
Pflanzenarten
Weltweit könnten mehr
Pflanzenarten in ihrem Bestand gefährdet sein, als bisher
vermutet. Statt von 13 Prozent bedrohter Arten gehen zwei amerikanische
Biologen von drei Mal so vielen aus.
(jkm) - Bei bisherigen Schätzungen
seien tropische Pflanzen zu wenig berücksichtigt worden,
kritisieren Nigel Pitman
von der Duke University und Peter Jørgensen vom Missouri
Botanical Garden. Im Magazin "Science" verweisen die
Forscher darauf, dass für
die tropischen Länder kaum "rote Listen" gefährdeter
Arten vorliegen. Die Listen, die es gibt, zeichnen ein dramatisches
Bild.
So sind etwa im artenreichen Ecuador
83 Prozent der nur in diesem Land vorkommenden Pflanzen in ihrer
Existenz gefährdet. Weil in den Tropen die weltweit größte
Pflanzenvielfalt herrscht, müssten die betroffenen Länder
in der globalen Statistik stärker berücksichtigt werden,
fordern Pitman und Jørgensen .
In "Science" stellen
die beiden Forscher jetzt ihre eigene Rechnung auf. Sie stuften
189 Länder und Regionen danach ein, wie viele endemisch vorkommende
Pflanzenarten sie beherbergen. Nach diesem Modell wären zwischen
34 und 47 Prozent aller tropischen Pflanzenarten als gefährdet
anzusehen.
Dass sich die Artenvielfalt in
den Tropen konzentriert, könnte ihren Schutz vereinfachen.
Vom Beispiel Ecuador ausgehend errechneten die Forscher, dass
für den Erhalt bedrohter Pflanzen nur rund 100 Euro pro Art
und Jahr investiert werden müssten. Mit gerade mal 12,3 Millionen
Euro jährlich ließen sich demnach alle artenreichen
"Hotspots" auf der Welt schützen.
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