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Artenschutzkonferenz
in Chile:
Geld oder Leben?
Geld oder Leben, auf diese
Formel lassen sich die Argumente vor der internationalen Artenschutzkonferenz
in Santiago de Chile reduzieren.
Von Jan-Uwe Ronneburger, dpa
Santiago de Chile/Buenos Aires
(dpa) - Die Schlachtordnung im Kampf um die Erhaltung bedrohter
Arten steht. Geld oder Leben, auf diese Formel lassen sich die
Argumente vor der nächsten internationalen Konferenz im Rahmen
des Washingtoner Artenschutzabkommens (WA) in Santiago de Chile
reduzieren. Weltweit sind mittlerweile insgesamt 11.167 Tier-
und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht, berichtete die internationale
Umweltschutzorganisation IUCN vor kurzem.
Bereits im Vorfeld der Konferenz
finden hinter den Kulissen heiße Schlachten um Elefanten,
Schildkröten, Seepferdchen, Papageien und andere bedrohte
Wildtiere statt. Vom 3. bis 15. November treffen sich dann in
Santiago die Vertreter der Mitgliedsländer und Umweltschützer.
Das Artenschutzabkommen («Convention on International Trade
in Endangered Species of Wild Fauna and Flora», CITES) regelt
den internationalen Handel mit bedrohten wild lebenden Tier- und
Pflanzenarten.
Insgesamt 54 Anträge auf
Änderung des Schutzstatus für bedrohte Wildtiere und
-pflanzen liegen für die Konferenz vor. Beim Elfenbein, das
bis zu 500 Euro pro Kilogramm einbringt, wollen Südafrika,
Namibia, Botswana, Sambia und Simbabwe die Genehmigung, trotz
des absoluten Handelsverbotes insgesamt 87 Tonnen Elfenbein aus
Lagerbeständen verkaufen zu dürfen. Das entspreche etwa
7000 getöteten Tieren, berichtete die Umweltschutzorganisation
Pro Wildlife. Während die Bestände in Afrika und Asien
auf historische Tiefstände sanken, wurde die Menge beschlagnahmten
Elfenbeins immer größer.
Darüber hinaus wollen diese
Länder regelmäßige Jahres- Handelsquoten von 12
Tonnen Elfenbein durchsetzen. Umweltschützer wie der World
Wildlife Fund for Nature (WWF) warnen jedoch, dies werde Wilderer
wieder verstärkt auf den Plan rufen, weil legales nicht von
illegalem Elfenbein zu unterscheiden sei.
Alarm schlagen Artenschützer
auch für die asiatischen Schildkröten. Die Bestände
fast aller Schildkröten Asien seien in den vergangenen 15
Jahren zusammengebrochen, warnt Pro Wildlife. Dies sei die Folge
einer unkontrollierten Plünderung für die Fleischmärkte
und Apotheken in China und seinen Nachbarländern. Die meisten
der etwa 90 betroffenen Arten seien noch ungeschützt.
Ein absolutes Handelsverbot wird
für vier Papageienarten angestrebt. Es geht dabei um Gelbnacken-Amazone,
Gelbkopf-Amazone, Blaukopfara und Kap-Papagei, für die entsprechende
Anträge vorliegen. Die Papageien werden außer durch
den internationalen Handel auch durch die Zerstörung ihres
natürlichen Lebensraumes bedroht. Deutschland, selbst Antragsteller
für den Blaukopfara, war Abnehmer für mindestens zwei
der genannten Arten und trägt damit Mitverantwortung am Schwund
der Bestände.
Durch Überfischung sind
auch die Seepferdchen Südostasiens gefährdet. Etwa 16
Millionen Seepferdchen werden jährlich allein für die
traditionelle Chinesische Medizin gefischt. Hinzu kommen hunderttausende
Tiere für den internationalen Aquarienhandel. Allein Deutschland
importierte von 1996 bis 2000 knapp 18.000 lebende Seepferdchen
sowie eine unbekannte Zahl getrockneter Tiere aus dem Souvenirhandel.
Auf der Konferenz in Chile soll für alle 32 Arten der bizarren
Fische der internationale Handel eingeschränkt und einer
Kontrolle unterworfen werden.
Auch beim Thema Wale stehen die
Gegner lange fest. Die Walfangnationen Japan und Norwegen machen
seit Jahren Jagd zu vorgeblich wissenschaftlichen Zwecken auf
die gefährdeten Meeressäuger. Bei der diesjährigen
Konferenz will Japan die Aufhebung des Handelsverbotes für
zwei Walarten beantragen. Island, dass seit Oktober wieder Mitglied
der Internationalen Walfangkommission ist, hat bereits angekündigt,
dass es in der kommenden Saison 250 Zwergwale, 200 Finnwale und
68 Seiwale zu wissenschaftlichen Zwecken töten wolle.
vista verde special: Artenschutzkonferenz
CITES
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