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- 30.10.2002 -

 

 

 

 

 


 

NABU-Report: Schneeleopard von Ausrottung bedroht

Durch illegalen Handel und Wilderei ist der seltene Schneeleopard akut von der Ausrottung bedroht.

Berlin (dpa) - In den Hochgebirgsregionen Zentralasiens gebe es nur noch 3500 bis 7000 der Großkatzen, sagte Birga Dexel vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung des ersten Schneeleoparden- Reports. Weltweit werden laut NABU jährlich illegal Wildtiere und Pflanzen im Wert von rund 164 Milliarden Euro gehandelt.

Obwohl der «König der Berge» seit 1976 unter höchstem Schutz steht, sei auch die organisierte Kriminalität in das lukrative Geschäft mit Fellen, Knochen und lebenden Exemplaren eingestiegen. «Der Schneeleopard war noch nie so bedroht wie heute. Es ist noch nicht zu spät für den Schneeleo, aber kurz vor zwölf», sagte Dexel. Beim Handel mit bedrohten Arten würden die zweithöchsten Gewinne nach dem Drogenhandel erzielt.

Der NABU hat nach eigenen Angaben als erster international agierender Naturschutzverband eine Studie über die Tiere erstellt. Der Bericht soll den Vertragsstaaten des Washingtoner Artenschutzabkommens (WA) auf ihrer Konferenz in Santiago de Chile Anfang November offiziell übergeben werden. «Bislang steht der Schutz nur auf dem Papier», sagte Dexel, die in Kirgisistan ein NABU-Projekt zum Erhalt des Tieres mit dem getupften, hellen Fell leitet. Dort versucht eine mobile Wildhüter-Einheit, illegale Jäger zu stellen.

Beheimatet ist der Schneeleopard in zwölf Ländern, darunter neben China Afghanistan, Indien, Mongolei, Russland und Usbekistan. Nach NABU-Erkenntnissen gibt es in China den größten Markt für den kriminellen Handel mit der Großkatze, die in Gebirgshöhen von 3000 bis 6000 Meter lebt. «Es ist das einzige Land, in dem sowohl Felle, Knochen, lebende Tiere als auch Fleisch gehandelt werden. Eine Mahlzeit mit Schneeleopardenfleisch kostet 16 US-Dollar.»

Die höchsten Preise für Felle werden in den Handelsmetropolen Russlands sowie den USA erzielt. Ein Mantel kostet auf dem Schwarzmarkt laut NABU bis zu 60.000 US-Dollar. Felle aus den früheren Sowjetrepubliken landeten durch lasche Grenzkontrollen auch in Ländern der Europäischen Union. Westliche Trophäenjäger könnten zudem in der Mongolei eine Safari samt Abschuss eines Schneeleoparden für 25.000 US-Dollar kaufen. In Pakistan werden die Tiere auch lebend gefangen und an Zirkusse oder Privatinteressenten für bis zu 11.000 US-Dollar verkauft.

In europäischen Zoos läuft ein Erhaltungszuchtprogramm für den Schneeleoparden, beteiligt ist auch der Berliner Tierpark in Friedrichsfelde. Hier wurden in diesem Jahr zwei Jungtiere geboren.

 


© NABU

Zwei Schneeleoparden, die von Wilderern befreit wurden.

 Mehr Informationen:

NABU: Schneeleoparden

 

 Lesen Sie auch:

Afghanistan: Schneeleoparden als Kriegsopfer

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