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- 28.10.2002 -

 

 

 

 

 


 

Potenzmittel:

Viagra nutzt bedrohten Tierarten

Der Erfolg des Medikaments Viagra kann indirekt auch bedrohten Tierarten helfen, hat ein amerikanisch-australisches Forscherduo herausgefunden.

(jkm) - Wie die Wissenschaftler im Fachblatt "Environmental Conservation" berichten, ist der Handel mit als Potenzmittel benutzten Körperteilen von Tieren seit Einführung des Medikaments deutlich zurückgegangen.

"Viagra ist preiswerter als viele dieser Tierprodukte und erfüllt zudem die in es gesetzten Hoffnungen", erläutert William von Hippel von der University of New South Wales in Sydney. Bereits kurz nach der Einführung von Viagra im Jahr 1998 hatten der Psychologe und sein Bruder Frank, Biologe an der University of Alaska in Anchorage, einen solchen Effekt des Medikaments auf den Tierhandel vorhergesagt. Mit Unterstützung der Herstellerfirma Pfizer führten sie nun entsprechende Untersuchungen durch.

Die Forscher analysierten Daten über den legalen Handel mit Rentieren sowie Klappmützen- und Sattelrobben. Die Verkäufe von Rentiergeweihen fielen von rund 700.000 US-Dollar im Jahr 1997 auf 200.000 Dollar im Jahr 1998. Die Zahl der verkauften Robbenpenes sank von 40.000 im Jahr 1996 auf etwa 20.000 im Jahr 1998. Gleichzeitig ermittelte das kanadische Fischereiministerium einen Preisrückgang von 100 auf nurmehr 15 Dollar pro Penis.

Geweihhäute von Rentieren und Robbengenitalien werden in der traditionellen chinesischen Medizin als potenzsteigernde Mittel eingesetzt. Nach Ansicht der Forscher belegen die von ihnen gesammelten Zahlen, dass sich die Tierprodukte gegen das Medikament nur schwerlich behaupten können.

"Potenzsteigernde Mittel machen nur einen geringen Prozentsatz der Nutzung von bedrohten Arten durch die traditionelle chinesische Medizin aus", erläutert William von Hippel. Angesichts der Häufigkeit der erektilen Dysfunktion und der für ihre Behandlung aufgewandten Geldsummen seien sie aber überproportional bedeutend.

"Sich ein vollständiges Bild zu verschaffen, ist wohl unmöglich, da viele bedrohte Arten illegal gehandelt werden", so der Forscher weiter. Das Beispiel der Rentiere und der Robben zeige jedoch, dass die Einführung des Medikaments definitiv einen Einfluss auf den Handel mit Körperteilen von Tieren gehabt habe. Davon könnten auch andere Arten wie Schildkröten, Seegurken oder Geckos profitieren.

 


© ArtToday

Sattelrobbe

 Mehr Informationen:

University of New South Wales

NewScientist

WWF: Handel mit bedrohten Arten

vista verde: Artenschutz

 

 Lesen Sie auch:

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