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UNEP-Chef Töpfer: Elfenbein-Handel
kann noch nicht gelockert werden
Nach Ansicht von UN-Umweltdirektor
Klaus Töpfer kann der Handel mit Elfenbein noch nicht gelockert
werden.
Nairobi (dpa) - Dafür müsse
es erst ein Kontrollsystem geben, mit dem man natürlich gewonnenes
Elfenbein von gewildertem unterscheiden kann, sagte der Exekutivdirektor
des UN-Umweltprogramms (UNEP) in einem dpa-Gespräch. «Dieses
Kontrollsystem ist noch nicht ausgereift, und wir sind noch nicht
soweit, den Handel mit Elfenbein zu lockern, denn wir provozieren
damit einen illegalen Elfenbeinmarkt», sagte der ehemalige
deutsche Umweltminister, der am Sonntag in Magdeburg den Deutschen
Umweltpreis erhält.
Sollte so ein Kontrollsystem vorliegen,
«wird man Verständnis dafür haben müssen,
dass die Länder, die über Elefantenbestände verfügen,
auch das Elfenbein nutzen können», sagte Töpfer
mit Blick auf die Konferenz zum Washingtoner Artenschutzabkommen
(CITES) vom 3. bis 8. November in Santiago (Chile).
Die Cites-Konvention sei darauf
ausgerichtet, gefährdete Tier- und Pflanzenarten zu schützen,
damit sie nicht derart vermarktet werden, dass ihre weitere Existenz
in Gefahr ist. «Wir müssen immer wieder darauf hinweisen,
dass wir die ökonomischen Interessen kennen, aber dass wir
sie nicht über die Notwendigkeit der Erhaltung von Arten
stellen.»
Gerade Elefanten hätten in
den Schutzgebieten eine hohe Verbreitung. «Natürlich
ist es für viele Menschen in Afrika wenig verständlich,
dass man diese großartigen Belege von Artenvielfalt und
Naturqualität hat, ohne dass man davon ökonomischen
Vorteil hat.» Länder wie Südafrika pochten darauf,
dass das Elfenbein natürlich gestorbener oder kontrolliert
abgeschossener Tiere vermarktet werden darf.
«Das heißt nicht,
dass man den Schutz der Elefanten in Frage stellen will»,
sagte Töpfer. «Sondern die Länder sagen: Indem
wir das Elfenbein vermarkten können, haben wir mehr Mittel
verfügbar, um die Elefanten zu schützen und damit eine
nachhaltige Nutzung dieser Naturpracht zu ermöglichen.»
Dies könnten etwa Einkünfte oder Arbeitsplätze
sein, die aus Ökotourismus resultierten.
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