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- 28.10.2002 -

 

 

 


 

UNEP-Chef Töpfer: Elfenbein-Handel kann noch nicht gelockert werden

Nach Ansicht von UN-Umweltdirektor Klaus Töpfer kann der Handel mit Elfenbein noch nicht gelockert werden.

Nairobi (dpa) - Dafür müsse es erst ein Kontrollsystem geben, mit dem man natürlich gewonnenes Elfenbein von gewildertem unterscheiden kann, sagte der Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms (UNEP) in einem dpa-Gespräch. «Dieses Kontrollsystem ist noch nicht ausgereift, und wir sind noch nicht soweit, den Handel mit Elfenbein zu lockern, denn wir provozieren damit einen illegalen Elfenbeinmarkt», sagte der ehemalige deutsche Umweltminister, der am Sonntag in Magdeburg den Deutschen Umweltpreis erhält.

Sollte so ein Kontrollsystem vorliegen, «wird man Verständnis dafür haben müssen, dass die Länder, die über Elefantenbestände verfügen, auch das Elfenbein nutzen können», sagte Töpfer mit Blick auf die Konferenz zum Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) vom 3. bis 8. November in Santiago (Chile).

Die Cites-Konvention sei darauf ausgerichtet, gefährdete Tier- und Pflanzenarten zu schützen, damit sie nicht derart vermarktet werden, dass ihre weitere Existenz in Gefahr ist. «Wir müssen immer wieder darauf hinweisen, dass wir die ökonomischen Interessen kennen, aber dass wir sie nicht über die Notwendigkeit der Erhaltung von Arten stellen.»

Gerade Elefanten hätten in den Schutzgebieten eine hohe Verbreitung. «Natürlich ist es für viele Menschen in Afrika wenig verständlich, dass man diese großartigen Belege von Artenvielfalt und Naturqualität hat, ohne dass man davon ökonomischen Vorteil hat.» Länder wie Südafrika pochten darauf, dass das Elfenbein natürlich gestorbener oder kontrolliert abgeschossener Tiere vermarktet werden darf.

«Das heißt nicht, dass man den Schutz der Elefanten in Frage stellen will», sagte Töpfer. «Sondern die Länder sagen: Indem wir das Elfenbein vermarkten können, haben wir mehr Mittel verfügbar, um die Elefanten zu schützen und damit eine nachhaltige Nutzung dieser Naturpracht zu ermöglichen.» Dies könnten etwa Einkünfte oder Arbeitsplätze sein, die aus Ökotourismus resultierten.

 

 Mehr Informationen:

UNEP

CITES

DIE ZEIT: Profitcenter Regenwald

WWF: Handel mit bedrohten Arten

vista verde: Artenschutz

 

 Lesen Sie auch:

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