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Insekten: Asiatischer Marienkäfer
breitet sich in Deutschland aus
Asiatische Marienkäfer
breiten sich in Deutschland aus. Ursprünglich vermutlich
als biologische Läuse- Bekämpfer ausgesetzt, haben sich
die Insekten nach Beobachtungen von Fachleuten inzwischen kräftig
vermehrt.
Von Sabine Ränsch, dpa
Frankfurt/Main (dpa) - In Frankfurt
tauchten die rot-schwarz gepunkteten Käfer, die ihren heimischen
Verwandten zum Verwechseln ähnlich sehen, in Schwärmen
an Hauswänden auf. 1999 wurden sie im Rhein-Main-Gebiet erstmals
gesichtet. Auch in Hamburg sind sie bereits beobachtet worden.
Experten sehen zwar keine Gefahr für den Bestand der rund
80 in Deutschland heimischen Marienkäfer- Arten, allerdings
könnten die robusten und vermehrungsfreudigen Neuankömmlinge
sie langfristig zurückdrängen.
Zum Eingreifen ist es ohnehin
zu spät: «Aufhalten können wir sie nicht mehr»,
sagte Horst Bathon von der Biologischen Bundesanstalt (BBA) in
Darmstadt am Donnerstag. Die Weibchen des asiatischen Marienkäfers
(Harmonia axyridis) legten im Sommer bis zu drei Monate lang 20
Eier am Tag. Vermutlich werde sich die in Asien von den Subtropen
bis in subarktische Zonen vorkommende Art in ganz Europa ausbreiten.
Nur das massenhaftes Auftreten
lasse sichere Schlüsse auf den asiatischen Marienkäfer
zu, sagt Andreas Malten, Biologe am Frankfurter Senckenberg-Institut.
Wie heimische Marienkäfer suchen sich die Asiaten im Herbst
Verstecke, in denen sie den Winter in einer Art Starre verbringen,
um im Frühjahr wieder aufzuwachen, sich zu paaren und Eier
zu legen. Sie sammeln sich an Felswänden - in den Städten
nehmen sie auch gern Hausmauern an - und krabbeln über die
kalte Jahreszeit in schmale Ritzen.

© dpa
Ein Marienkäfer
auf einem Blatt in Frankfurt am Main. Die schwarz gepunkteten
Käfer tauchten in den letzten Tagen in Frankfurt
in Schwärmen an Hauswänden auf.
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Ihr Appetit auf Läuse ist
gewaltig. Ein Tier frisst Hunderte der Schädlinge und kann
das Problem in Gärten völlig ohne Chemie lösen.
Allerdings nicht ganz ohne Nebenwirkungen: BBA-Experte Bathon
kritisiert, dass vor dem Aussetzen der Insekten keine umfassende
Untersuchungen über die Langzeitwirkungen angestellt wurden.
In den USA sei beobachtet worden, dass Harmonia axyridis neben
Blattläusen auch Gallmücken und Larven von Blattkäfern
frisst. Dort sei der Käfer 1978 ausgesetzt worden und inzwischen
bis nach Kanada vorgedrungen.
Natürliche Feinde haben Marienkäfer
kaum, weil sie ungenießbar sind. «Sie schmecken saumäßig
schlecht», sagte Bathon - das merkten sich Vögel nach
einem Versuch für ihr ganzes Leben. Auch mit Parasiten hätten
die Krabbeltiere kaum Probleme.
Von deutschen Pflanzenschutz-Firmen
würden die Käfer auf Anraten der BBA nicht kommerziell
angeboten, sagte Bathon. Die hier entdeckten Tiere stammten vermutlich
aus den Niederlanden oder Belgien, wo Firmen sie als Nützlinge
an jedermann verkauften. «Kaufen darf jeder», sagte
Bathon. Allerdings hätten die Firmen eigentlich zuvor einen
Antrag stellen müssen, meint Bathon, denn nach dem Bundesnaturschutzgesetz
sei das Aussetzen fremder Tierarten nicht erlaubt.
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