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- 25.10.2002 -

 

 

 

 

 


 

Insekten: Asiatischer Marienkäfer breitet sich in Deutschland aus

Asiatische Marienkäfer breiten sich in Deutschland aus. Ursprünglich vermutlich als biologische Läuse- Bekämpfer ausgesetzt, haben sich die Insekten nach Beobachtungen von Fachleuten inzwischen kräftig vermehrt.

Von Sabine Ränsch, dpa

Frankfurt/Main (dpa) - In Frankfurt tauchten die rot-schwarz gepunkteten Käfer, die ihren heimischen Verwandten zum Verwechseln ähnlich sehen, in Schwärmen an Hauswänden auf. 1999 wurden sie im Rhein-Main-Gebiet erstmals gesichtet. Auch in Hamburg sind sie bereits beobachtet worden. Experten sehen zwar keine Gefahr für den Bestand der rund 80 in Deutschland heimischen Marienkäfer- Arten, allerdings könnten die robusten und vermehrungsfreudigen Neuankömmlinge sie langfristig zurückdrängen.

Zum Eingreifen ist es ohnehin zu spät: «Aufhalten können wir sie nicht mehr», sagte Horst Bathon von der Biologischen Bundesanstalt (BBA) in Darmstadt am Donnerstag. Die Weibchen des asiatischen Marienkäfers (Harmonia axyridis) legten im Sommer bis zu drei Monate lang 20 Eier am Tag. Vermutlich werde sich die in Asien von den Subtropen bis in subarktische Zonen vorkommende Art in ganz Europa ausbreiten.

Nur das massenhaftes Auftreten lasse sichere Schlüsse auf den asiatischen Marienkäfer zu, sagt Andreas Malten, Biologe am Frankfurter Senckenberg-Institut. Wie heimische Marienkäfer suchen sich die Asiaten im Herbst Verstecke, in denen sie den Winter in einer Art Starre verbringen, um im Frühjahr wieder aufzuwachen, sich zu paaren und Eier zu legen. Sie sammeln sich an Felswänden - in den Städten nehmen sie auch gern Hausmauern an - und krabbeln über die kalte Jahreszeit in schmale Ritzen.

 


© dpa

Ein Marienkäfer auf einem Blatt in Frankfurt am Main. Die schwarz gepunkteten Käfer tauchten in den letzten Tagen in Frankfurt in Schwärmen an Hauswänden auf.

 

Ihr Appetit auf Läuse ist gewaltig. Ein Tier frisst Hunderte der Schädlinge und kann das Problem in Gärten völlig ohne Chemie lösen. Allerdings nicht ganz ohne Nebenwirkungen: BBA-Experte Bathon kritisiert, dass vor dem Aussetzen der Insekten keine umfassende Untersuchungen über die Langzeitwirkungen angestellt wurden. In den USA sei beobachtet worden, dass Harmonia axyridis neben Blattläusen auch Gallmücken und Larven von Blattkäfern frisst. Dort sei der Käfer 1978 ausgesetzt worden und inzwischen bis nach Kanada vorgedrungen.

Natürliche Feinde haben Marienkäfer kaum, weil sie ungenießbar sind. «Sie schmecken saumäßig schlecht», sagte Bathon - das merkten sich Vögel nach einem Versuch für ihr ganzes Leben. Auch mit Parasiten hätten die Krabbeltiere kaum Probleme.

Von deutschen Pflanzenschutz-Firmen würden die Käfer auf Anraten der BBA nicht kommerziell angeboten, sagte Bathon. Die hier entdeckten Tiere stammten vermutlich aus den Niederlanden oder Belgien, wo Firmen sie als Nützlinge an jedermann verkauften. «Kaufen darf jeder», sagte Bathon. Allerdings hätten die Firmen eigentlich zuvor einen Antrag stellen müssen, meint Bathon, denn nach dem Bundesnaturschutzgesetz sei das Aussetzen fremder Tierarten nicht erlaubt.

 

 Mehr Informationen:

Biologische Bundesanstalt

Asiatischer Marienkäfer

Siebenpunkt- Marienkäfer

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- Eingeschleppte Arten

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