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- 21.10.2002 -

 

 

 


 

Giraffen: Stinken ist gesund

Giraffen zeichnen sich nicht nur durch ihre Größe, sondern auch durch ihren penetranten Geruch aus. Er hält anscheinend unerwünschte Gäste fern.

(jkm) - Zwei amerikanische Forscher haben nun untersucht, welche Substanzen für das prägnante Aroma verantwortlich sind. Wie sie im Fachblatt "Biochemical Systematics and Ecology" berichten, scheint der Duftcocktail in den Haaren der Tiere auch zur Abwehr von Bakterien und Parasiten zu dienen.

William Wood von der Humboldt State University in Arcata, Kalifornien, und Paul Weldon von der Smithsonian Institution analysierten Haare von Netzgiraffen (Giraffa camelopardalis reticulata), einer aus Ostafrika stammenden Art, die Scheitelhöhen von fast sechs Metern erreicht. Es zeigte sich, dass die Haare mindestens elf Substanzen enthalten, die nicht nur stinken, sondern auch unerwünschte Passagiere abschrecken können.

Für den überwiegenden Teil des Aromas sind die Verbindungen Indol und 3-Methylindol verantwortlich, fanden Wood und Weldon. Diese Substanzen verleihen auch Kot seinen typischen Geruch. Die Liste der übrigen Inhaltsstoffe liest sich wie eine Einführung in die organische Chemie: Oktan, Benzaldehyd, Heptanal, Oktanal, Nonanal, p-Cresol, Tetradekan- und Hexadekansäure.

"Von den meisten dieser Verbindungen weiß man, dass sie das Wachstum von Bakterien oder Pilzen hemmen, wie sie auf der Haut von Säugetieren vorkommen", schreiben Wood und Weldon. "Der Gehalt von p-Cresol im Giraffenhaar ist ausreichend, um Zecken abzuschrecken." Und da die Männchen stärker riechen als die Weibchen, erfülle das Aroma vielleicht auch eine Funktion bei der Partnerwerbung, spekulieren die Forscher.

Noch ist unklar, auf welche Weise die langhalsigen Tiere ihre Haare imprägnieren. Vielleicht produzieren sie die Substanzen in Schweiß- oder Talgdrüsen und bauen sie dann in die wachsenden Haare ein, glaubt Wood.

Für die Anwendung beim Menschen sei das Giraffenparfum aber eher ungeeignet, so der Forscher gegenüber der Online-Ausgabe des Magazins "Nature": "Es stinkt fürchterlich - sie würden es nicht auftragen wollen."

 


© ArtToday

Netzgiraffen können Scheitelhöhen von fast sechs Metern erreichen.

 Mehr Informationen:

nature science update

Die Netzgiraffe

 

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