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Giraffen: Stinken ist gesund
Giraffen zeichnen sich nicht
nur durch ihre Größe, sondern auch durch ihren penetranten
Geruch aus. Er hält anscheinend unerwünschte Gäste
fern.
(jkm) - Zwei amerikanische Forscher
haben nun untersucht, welche Substanzen für das prägnante
Aroma verantwortlich sind. Wie sie im Fachblatt "Biochemical
Systematics and Ecology" berichten, scheint der Duftcocktail
in den Haaren der Tiere auch zur Abwehr von Bakterien und Parasiten
zu dienen.
William Wood von der Humboldt
State University in Arcata, Kalifornien, und Paul Weldon von der
Smithsonian Institution analysierten Haare von Netzgiraffen (Giraffa
camelopardalis reticulata), einer aus Ostafrika stammenden Art,
die Scheitelhöhen von fast sechs Metern erreicht. Es zeigte
sich, dass die Haare mindestens elf Substanzen enthalten, die
nicht nur stinken, sondern auch unerwünschte Passagiere abschrecken
können.
Für den überwiegenden
Teil des Aromas sind die Verbindungen Indol und 3-Methylindol
verantwortlich, fanden Wood und Weldon. Diese Substanzen verleihen
auch Kot seinen typischen Geruch. Die Liste der übrigen Inhaltsstoffe
liest sich wie eine Einführung in die organische Chemie:
Oktan, Benzaldehyd, Heptanal, Oktanal, Nonanal, p-Cresol, Tetradekan-
und Hexadekansäure.
"Von den meisten dieser Verbindungen
weiß man, dass sie das Wachstum von Bakterien oder Pilzen
hemmen, wie sie auf der Haut von Säugetieren vorkommen",
schreiben Wood und Weldon. "Der Gehalt von p-Cresol im Giraffenhaar
ist ausreichend, um Zecken abzuschrecken." Und da die Männchen
stärker riechen als die Weibchen, erfülle das Aroma
vielleicht auch eine Funktion bei der Partnerwerbung, spekulieren
die Forscher.
Noch ist unklar, auf welche Weise
die langhalsigen Tiere ihre Haare imprägnieren. Vielleicht
produzieren sie die Substanzen in Schweiß- oder Talgdrüsen
und bauen sie dann in die wachsenden Haare ein, glaubt Wood.
Für die Anwendung beim Menschen
sei das Giraffenparfum aber eher ungeeignet, so der Forscher gegenüber
der Online-Ausgabe des Magazins "Nature": "Es stinkt
fürchterlich - sie würden es nicht auftragen wollen."
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